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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Opportunistische CT-basierte thorakale Hounsfield-Einheiten zur Abschätzung der Knochendichte bei systemischer Sklerose: Eine Querschnittsanalyse

Anna-Lena Wolff - Justus Liebig Universität Giessen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim, Deutschland
Tamo Siemons - Justus Liebig Universität Giessen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim, Deutschland
Tim Wilhelmi - Justus Liebig Universität Giessen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim, Deutschland
Ulf Müller-Ladner - Justus Liebig Universität Giessen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim, Deutschland
Pascal van Wijnen - Justus Liebig Universität Giessen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim, Deutschland
Philipp Klemm - Justus Liebig Universität Giessen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim, Deutschland
Nils Schulz - Justus Liebig Universität Giessen, Campus Kerckhoff, Bad Nauheim, Deutschland

Text

Einleitung: Patientinnen und Patienten mit systemischer Sklerose (SSc) weisen ein erhöhtes Risiko für eine beeinträchtigte Knochengesundheit und Osteoporose auf. Eine Osteoporose bleibt jedoch häufig unterdiagnostiziert. Vertebrale Hounsfield-Einheiten (HU), gemessen in routinemäßig durchgeführten hochauflösenden CT-Untersuchungen des Thorax (HRCT), könnten als niedrigschwelliger Surrogatmarker der Knochendichte dienen. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen thorakalen vertebralen HU und der mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) bestimmten Knochendichte bei SSc zu untersuchen, die diagnostische Genauigkeit der HU für Osteoporose zu bewerten und die Interrater-Reliabilität zu bestimmen.

Methoden: In diese retrospektive Querschnittsanalyse wurden 90 Patientinnen und Patienten mit SSc eingeschlossen, bei denen eine native thorakale HRCT und eine DXA innerhalb eines Zeitraums von ±6 Monaten vorlagen. Die trabekulären HU wurden durch zwei unabhängige Auswerter auf Höhe von T4, T7 und T10 gemessen. DXA-Endpunkte waren die Knochendichte und T-Scores an der Lendenwirbelsäule (L1–L4) sowie an der Gesamthüfte. Eine Osteoporose wurde nach WHO-Kriterien definiert. Es erfolgten Korrelationsanalysen, multivariable Regressionsanalysen, ROC-Analysen sowie die Bestimmung intraklassenkorrelierter Koeffizienten (ICC).

Ergebnisse: Eine mittels DXA definierte Osteoporose lag bei 42,2% (38/90) der Patienten vor (Patientencharakteristik s. Tabelle 1 [Tab. 1]). Die HU korrelierten signifikant sowohl mit der Knochendichte der Lendenwirbelsäule (r = 0,62) als auch mit derjenigen der Gesamthüfte (r = 0,68, jeweils p < 0,001). In adjustierten Modellen war ein Anstieg um 10 HU mit einer um 0,029 g/cm² höheren Knochendichte an der Lendenwirbelsäule (95%-KI 0,020 bis 0,037) sowie mit einer um 0,018 g/cm² höheren Knochendichte an der Gesamthüfte (95%-KI 0,012 bis 0,024) assoziiert. Die HU zeigten eine gute Diskriminationsfähigkeit für das Vorliegen einer Osteoporose (AUC 0,77). Der nach Youden ermittelte Grenzwert lag bei ≤146,8 HU (Sensitivität 81,6%, Spezifität 65,4%) (s. Abbildung 1 [Abb. 1]). Die Übereinstimmung zwischen den Auswertern war exzellent (ICC(A,1) = 0,996).

Tabelle 1: Patientencharakteristik

Abbildung 1: ROC-Analyse der mittleren HU zur Erkennung einer DXA-definierten Osteoporose.

Dargestellt ist die Receiver-Operating-Characteristic-(ROC-)Kurve thorakaler vertebraler Hounsfield-Einheiten (HU) zur Diskriminierung einer DXA-definierten Osteoporose nach „Worst-Site“-Ansatz (minimaler T-Score = -2,5 an Lendenwirbelsäule oder Gesamthüfte). Angegeben ist die Fläche unter der Kurve (AUC) mit 95%-Konfidenzintervall. Der Punkt kennzeichnet den mittels Youden-Index ermittelten optimalen Grenzwert von = 146,8 HU (Sensitivität 81,6%, Spezifität 65,4%).

Schlussfolgerung: Thorakale vertebrale HU aus routinemäßig erhobenen HRCT-Untersuchungen bilden die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Gesamthüfte bei SSc gut ab und ermöglichen eine zuverlässige Identifikation von Patienten mit Osteoporose. Die Methode ist weitgehend auswerterunabhängig und stellt eine skalierbare, niedrigschwellige Ergänzung für das opportunistische Osteoporose-Screening bei SSc dar.

Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären keinen Interessenkonflikt.