Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Diffuse kutane Beteiligung, pulmonale Einschränkung und Glukokortikoidexposition sind zentrale Risikofaktoren für Osteoporose bei systemischer Sklerose
Text
Einleitung: Das Risiko für Osteoporose (OP) und osteoporotische Fragilitätsfrakturen bei Patienten mit systemischer Sklerose (SSc) ist bislang nur unzureichend untersucht. Ziel der Studie war es, Risikofaktoren für Osteoporose in dieser Patientengruppe zu identifizieren und dabei insbesondere krankheitsbezogene Einflussfaktoren der Knochengesundheit im zeitlichen Verlauf zu analysieren.
Methoden: Analysiert wurden Daten aus zwei deutschen SSc-Kohorten: einer großen SSc-Kohorte mit retrospektiv erhobenen Daten zur Knochengesundheit sowie der prospektiven Rh-GIOP-Kohorte. Alle eingeschlossenen Patienten erfüllten die ACR/EULAR-Klassifikationskriterien von 2013. Osteoporose wurde als kombinierter Endpunkt definiert aus einem T-Score < -2,5 an Gesamthüfte, Schenkelhals oder Lendenwirbelsäule, einer vorausgegangenen osteoporotischen Fraktur (Major osteoporotic fracture) oder einer laufenden spezifischen anti-osteoporotischen Therapie. In der gepoolten Querschnittskohorte wurden multivariable Regressionsanalysen durchgeführt. Die dabei identifizierten Variablen wurden anschließend in der Rh-GIOP-Kohorte longitudinal im Hinblick auf ihre Assoziation mit Knochendichte (BMD), Trabecular Bone Score und 3D-DXA-abgeleiteten Strukturparametern untersucht.
Ergebnisse: Zum Ausgangszeitpunkt wurden 447 Patienten eingeschlossen. Bei 32% lag eine Osteoporose vor, 22% hatten bereits osteoporotische Frakturen erlitten. Mit Osteoporose assoziiert waren ein höheres Alter (OR 1,05 pro Jahr; 95%-KI 1,03–1,07), ein niedrigerer Body-Mass-Index (OR 0,94 pro kg/m²; 95%-KI 0,88–0,99), weibliches Geschlecht (OR 2,70; 95%-KI 1,29–5,65) sowie die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (OR 1,87; 95%-KI 1,10–3,17). Unter den krankheitsbezogenen Faktoren zeigten insbesondere die diffuse kutane Verlaufsform (OR 5,03; 95%-KI 2,50–10,10), Dyspnoe im WHO-Funktionsstadium III–IV (OR 2,06; 95%-KI 1,16–3,67) und die Therapie mit Glukokortikoiden (OR 1,78; 95%-KI 1,10–3,17) eine Assoziation mit Osteoporose. Die longitudinalen Analysen bestätigten ungünstige Effekte von Glukokortikoiden, diffuser kutaner Organmanifestation und eingeschränkter Lungenfunktion auf die Knochengesundheit.
Schlussfolgerung: Bei Patienten mit systemischer Sklerose stellen Glukokortikoidtherapie, diffuse kutane Beteiligung und pulmonale Funktionseinschränkung wesentliche krankheitsspezifische Risikofaktoren der Osteoporose dar. Die Kenntnis dieser Risikofaktoren erlaubt ein gezielteres Screening von Menschen mit SSc und einem erhöhtem Risiko für Frakturen und stellt damit einen wichtigen Schritt zur Prävention dar.
Offenlegungserklärung: Die Rh-GIOP-Kohortenstudie (Glucocorticoid-Induced Osteoporosis in Patients with Chronic Inflammatory Rheumatic Diseases or Psoriasis) wird bzw. wurde durch eine gemeinsame Förderung von AbbVie, Amgen (Horizon Therapeutics), Alfasigma, Almirall, Biogen, BMS, Chugai, Fresenius Kabi, Galapagos, Generic Assays, GSK, Hexal, Lilly, Medac, Mundipharma, Novartis, Pfizer, Roche, Sanofi-Genzyme und UCB unterstützt. Die Unternehmen hatten Gelegenheit, eine vorläufige Fassung des Manuskripts ausschließlich hinsichtlich der medizinischen und datenbezogenen Korrektheit zu prüfen. Die Verantwortung für den endgültigen Inhalt und die Interpretation der Daten liegt ausschließlich bei den Autoren.
Abbildung 1 [Abb. 1]
Abbildung 1: Mit Osteoporose assoziierte Faktoren bei Patienten mit systemischer Sklerose Die Forest-Plots zeigen die Odds Ratios (OR) mit den jeweiligen 95%-Konfidenzintervallen.
Abbildung 2 [Abb. 2]
Abbildung 2: Mit Knochenparametern im Zeitverlauf assoziierte Faktoren Die Forest-Plots zeigen die Odds Ratios (OR) mit den jeweiligen 95%-Konfidenzintervallen.



