Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Calcium-Isotopenmarker (CIM) zur Detektion einer Osteoporose bei rheumatoider Arthritis: Interimsanalyse der CORAL-Studie
Text
Einleitung: Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) haben ein erhöhtes Osteoporoserisiko. Calcium-Isotopenmarker (CIM) in Serum (CIM_serum) und Urin (CIM_urin) reflektieren die aktuelle Skelett-Calciumbilanz wieder und könnten somit eine strahlungsfreie Ergänzung der osteologischen Diagnostik darstellen.
In der CORAL-Studie wurde untersucht, ob CIM-Spiegel im Serum und Urin mit dem Nachweis einer Osteoporose in der Knochendichtemessung (DXA) assoziiert sind und inwieweit diese durch Geschlecht, Antikörperstatus, Krankheitsaktivität, Glukokortikoidtherapie oder funktionelle Gesundheit beeinflusst werden.
Methoden: In dieser Interimsanalyse einer monozentrischen Querschnittsstudie wurden 154 Patienten mit RA eingeschlossen. Der Einschluss erfolgte stratifiziert nach Geschlecht (w/m), Krankheitsaktivität (sDAI <11; sDAI >11) und DXA-Ergebnis (worst site T-Score >-1; T-Score <-2,5) mit dem Ziel acht vergleichbare Gruppen zu generieren. Bestimmt wurden CIM_serum und CIM_urin sowie Knochendichteparameter (g/cm²), T-Score, Knochenumbaumarker, Autoantikörper (RF, ACPA), Prednisolontagesdosis, Krankheitsaktivität (sDAI) und funktionelle Gesundheit (HAQ). Als Osteoporose wurde ein worst-site T-Score ≤-2,5 in der DXA definiert. Die Diskriminationsfähigkeit von CIM im Hinblick auf das Vorliegen einer Osteoporose wurde mittels ROC-Analyse untersucht. Ergänzend erfolgten Korrelations- und Subgruppenanalysen.
Ergebnisse: 69/154 Patienten (44,8%) wiesen eine Osteoporose auf (Patientencharakteristik s. Tabelle 1 [Tab. 1]). RA-Patienten mit Osteoporose zeigten signifikant niedrigere CIM-Werte im Serum (Median -0,925 vs. -0,790, p <0,001) und im Urin (0,105 vs. 0,260, p = 0,001) im Vergleich zu RA-Patienten ohne Osteoporose. Die Diskriminationsleistung für das Vorliegen einer Osteoporose war für CIM_serum höher als für CIM_urin (AUC 0,733 vs. 0,660, siehe Abbildung 1 [Abb. 1]). Für CIM_serum ergab sich ein optimaler Cut-off von ≤ -0,89 (Sensitivität 64,7%, Spezifität 72,9%). Für CIM_urin lag der Cut-off bei ≤0,15 (Sensitivität 62,5%, Spezifität 66,7%). CIM_serum und CIM_urin korrelierten signifikant (ρ = 0,622, p < 0,001) sowie invers mit CTX (CIM_serum ρ = -0,274, CIM_urin ρ = -0,299, beide p < 0,001). Weder für CIM_serum noch CIM_urin fanden sich signifikanten Zusammenhänge mit Geschlecht, Autoantikörperstatus, Prednisolontagesdosis, sDAI oder HAQ.
Tabelle 1: Patientencharakteristik
Abbildung 1: ROC-Kurven der Calcium-Isotopenmarker (CIM) im Serum und Urin zur Detektion einer Osteoporose in der Gesamtkohorte von Patienten mit rheumatoider Arthritis. CIM im Serum zeigte eine bessere Diskriminationsfähigkeit als CIM im Urin (AUC 0,733 vs. 0,660).
Schlussfolgerung: Erniedrigte CIM, insbesondere im Serum, sind bei Patienten mit RA konsistent mit einer Osteoporose assoziiert. Dabei zeigen CIM-Spiegel eine Unabhängigkeit von klinischen Einflussgrößen wie Geschlecht, Krankheitsaktivität, Prednisolontagesdosis und funktioneller Gesundheit. Erniedrigte CIM-Spiegel könnten somit zur Identifikation von Patienten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Osteoporose beitragen und eine gezieltere Indikationsstellung für eine DXA-Untersuchung ermöglichen womit unnötige Strahlenexposition reduziert werden kann.
Offenlegungserklärung: Die im Rahmen der CORAL-Studie verwendeten Tests wurden von der Firma osteolabs kostenfrei bereitgestellt. Die Firma osteolabs hatte keinen Einfluss auf Studiendesign, Datenerhebung, -analyse oder Interpretation der Ergebnisse.



