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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Multiplex-Zytokin-Analyse unterscheidet extended oligoartikuläre von persistenter oligoartikulärer und seronegativer polyartikulärer JIA

Niklas Wiemers - Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Ludwig Fuhrmann - Pädiatrische Immunologie, Rheumatologie & Infektiologie, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Anja Grahnert - Institut für Klinische Immunologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Maik Friedrich - Institut für Klinische Immunologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Boris Hügle - Kinder- und Jugendrheumatologie, Rheumazentrum Rheinland-Pfalz, Bad Kreuznach, Deutschland
Nadine Fischer - Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie, Garmisch-Partenkirchen, Deutschland
Christine Falk - Institut für Transplantationsimmunologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Johannes-Peter Haas - Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie, Garmisch-Partenkirchen, Deutschland
Christian Klemann - Pädiatrische Immunologie, Rheumatologie & Infektiologie, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland

Text

Einleitung: Die extended oligoartikuläre juvenile idiopathische Arthritis (EOA) wird klinisch häufig entweder als Verlaufsform der persistierenden oligoartikulären JIA (POA) oder als biologisches Pendant der seronegativen Polyarthritis (SNP) betrachtet. Ob EOA tatsächlich eine eigenständige inflammatorische Kategorie der JIA repräsentiert, ist bislang unklar. Ziel dieser Studie war es, mittels Multiplex-Zytokin-Analyse und multivariater Auswertung zu prüfen, ob sich EOA immunbiologisch von POA und SNP abgrenzen lässt.

Methoden: In einer querschnittlichen Biobank-Studie wurden Seren von 246 Kindern und Jugendlichen mit JIA untersucht (POA n=57, EOA n=93, SNP n=55, Rheumafaktor-positive Polyarthritis n=41). 48 Entzündungsmediatoren wurden mittels Multiplex-Immunoassay bestimmt; 33 Marker gingen nach Qualitätsfilterung gemeinsam mit klinischen Parametern in die Analyse ein. Zur Identifikation latenter inflammatorischer Muster erfolgte eine dimensionsreduzierende multivariate Analyse. Gruppenunterschiede wurden anhand der resultierenden inflammatorischen Achsen statistisch verglichen. Die diagnostische Trennschärfe wurde zusätzlich mit einem verschachtelten, L1-regularisierten linearen Support-Vector-Machine-Modell geprüft.

Ergebnisse: Die Analyse identifizierte sieben stabile inflammatorische Komponenten, die zusammen 67,7% der Gesamtvarianz erklärten. POA und EOA unterschieden sich trotz vergleichbarer klinischer Aktivitätsmuster deutlich in mediatorgetriebenen inflammatorischen Achsen. EOA zeigte eine ausgeprägte, von den übrigen Gruppen klar abgrenzbare Chemokin-Signatur, während SNP durch ein separates interferonassoziiertes Entzündungsmuster charakterisiert war. Die Klassifikation aller vier JIA-Subgruppen anhand eines kompakten Panels repräsentativer Variablen erreichte eine Gesamtgenauigkeit von 68,1% bei Spezifitäten von mindestens 0,83 in allen Gruppen. Bei Patienten innerhalb der ersten sechs Monate nach Krankheitsbeginn konnte eine spätere EOA gegenüber POA mit einer Genauigkeit von 88,8% unterschieden werden.

Schlussfolgerung: Die EOA weist eine reproduzierbare Serumsignatur auf, die sich sowohl von POA als auch von SNP klar unterscheidet. Diese Unterschiede sind bereits früh im Krankheitsverlauf nachweisbar und sprechen gegen die Auffassung, EOA sei lediglich eine zeitabhängige Verlaufsform der oligoartikulären JIA oder eine klinische Variante der seronegativen Polyarthritis. Multiplex-basierte Serumprofilierung könnte künftig zur frühen Risikostratifizierung und therapeutischen Steuerung bei oligoartikulärer JIA beitragen.

Offenlegungserklärung: Keine Interessenkonflikte angegeben.


References

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