Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Das Rätsel der verborgenen Krankheit
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Vorgeschichte: Die Erstvorstellung der 1969 geborenen Frau R. in der rheumatologischen Ambulanz der UKL erfolgte im Jahr 2011. Sie berichtete über ausgeprägte Müdigkeit und persistierenden Gelenkschmerzen, die seit über 5 Jahren bestanden, insbesondere in den Händen und Füßen mit intermittierenden Schwellungen. Seit der Kindheit zeigt sich bei ihr eine schlechte Zahngesundheit, trotz regelmäßigen Zahnarztbesuchen. Unter der Diagnose einer rheumatoiden Arthritis (RA) wurde die Patientin auf Methotrexat (MTX) eingestellt. Nach einem Sturz im Jahr 2017 erlitt die Patientin eine Fraktur im Os ilium. Kurz danach wurde die Basistherapie von der Patientin abgesetzt (Angst vor Nebenwirkungen, Osteoporose). Im Jahr 2021 stellte die Patientin sich wieder mit Arthralgien und klinischen Hinweise auf eine Arthritis im MCP-Bereich vor. Darüber hinaus erfolgte eine MTX-Therapie.
Leitsymptome bei Krankheitsmanifestation: Persistenz der Müdigkeit und Arthralgien trotz Schmerztherapie und MTX-Basistherapie, wobei Gelenkschwellungen eher selten auftreten. Zusätzlich leidet die Patientin an Zahnbeschwerden, die mehrere operative Eingriffe mit Zahnimplantationen erforderlich machten.
Diagnostik: Die laborchemischen Verlaufskontrollen zeigen wiederholt eine erniedrigte alkalische Phosphatase (AP, zw. 0,24 bis 0,30). Im Rahmen eines Projektes an der UKL fällt erneut einen erniedrigten AP-Wert auf. Es erfolgt eine humangenetische Untersuchung, die eine Mutation im ALPL-Gen ergab. Nach einer Reevaluation stellt man fest, dass die AP-Erniedrigung bereits bei der Erstvorstellung der Patientin bestand, aber nicht als diagnostisch relevant erkannt wurde.
Therapie: Aufgrund der initialen klinischen Symptome, mit Nachweis von Anti-CCP–AK, wurde die Diagnose einer RA gestellt. Die eingeleitete MTX-Therapie hatte gutes Ansprechen gegenüber der Arthritis gezeigt. Die fehlenden Zähne wurden durch Implantate operativ ersetzt.
Weiterer Verlauf: Die Diagnose der Hypophosphatasie (HPP) bekam die Patientin erst nach über 15 Jahren Beschwerden. Bei aktuell fehlenden Indikationen zur Enzymersatztherapie erfolgte eine ausführliche Aufklärung zur Erkrankung sowie ihre Auswirkungen auf die Knochen- und Zahngesundheit und deren symptomatischen Behandlungsmöglichkeiten.
Schlussfolgerung: Die persistierenden Arthralgien, ohne typische Progredienz einer RA, können differenzialdiagnostisch auf eine HPP hindeuten. Eine wiederholt erniedrigte AP stellt dabei den entscheidenden Hinweis dar und sollte konsequent abgeklärt werden.
Offenlegungserklärung: OS hat Honorare für Beratung und Vortragstätigkeiten von Alexion erhalten.



