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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Beeinflusst die Behandlungserwartung die Akzeptanz von und Adhärenz zu einem Tocilizumab-Biosimilar? Ergebnisse einer prospektiven Kohorte (TREATS)

Uta Kiltz - Ruhr-Universität Bochum, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Rheumatologie, Herne, Deutschland
Eugen Strauch - Ruhr-Universität Bochum, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Rheumatologie, Herne, Deutschland
Styliani Tsiami - Ruhr-Universität Bochum, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Rheumatologie, Herne, Deutschland
Johanna Mucke - Ruhr-Universität Bochum, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Rheumatologie, Herne, Deutschland
Xenofon Baraliakos - Ruhr-Universität Bochum, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Rheumatologie, Herne, Deutschland

Text

Einleitung: Eine Therapie mit Biosimilars kann mit negativen Behandlungserwartungen assoziiert sein und sich nachteilig auf Akzeptanz und Adhärenz auswirken.

Ziel dieser Studie war es, den Einfluss von Behandlungserwartungen auf die Akzeptanz und Adhärenz einer Umstellung von Tocilizumab (TCZ)-Originator auf TCZ-Biosimilar bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) und Riesenzellarteriitis (RZA) zu untersuchen.

Methoden: RA und RZA-Patienten, die mit TCZ-Originator behandelt wurden und für eine mögliche Umstellung auf ein Tocilizumab-Biosimilar vorgesehen waren, wurden prospektiv eingeschlossen. Patienten konnten sich nach Schulung zu Biosimilar für oder gegen eine Umstellung von dem TCZ-Originator auf das TCZ-Biosimilar entscheiden. Krankheitsaktivität und Funktionsfähigkeit wurde standardisiert zu Woche 0 und 12 erfasst. Die Behandlungserwartung sowie Einstellung gegenüber Medikamenten und Therapiezufriedenheit wurde mit dem Generic Rating for Treatment pre-Experiences, Treatment Expectations, and Treatment Effects (G-EEE), dem Beliefs about Medicines Questionnaire (BMQ) und dem Treatment Satisfaction Questionnaire for Medication (TSQM) erfasst. Als Endpunkte wurden Akzeptanz und Adhärenz des TCZ-Biosimilar zu V2 gemessen.

Ergebnisse: Es wurden 36 Patienten (11 RA; 25 RZA) eingeschlossen (Tabelle 1 [Tab. 1]). Die Patienten erhielten den TCZ-Originator im Mittel zwischen 2,5 (RZA) und 3,8 (RA) Jahren. RA-Patienten bewerteten im BMQ die Notwendigkeit und Nützlichkeit ihrer Medikation signifikant höher als RZA-Patienten. Die wahrgenommene Schädlichkeit und die Meinung zum übermäßigen Gebrauch unterschieden sich nicht. Beide Gruppen zeigten eine positive Einstellung zur Medikamenteneinnahme. Insgesamt stimmten 34 Patienten (94,4%) der Umstellung auf das TCZ-Biosimilar zu und 32 Patienten nahmen an V2 teil (Abbildung 1 [Abb. 1]). RA-Patienten erwarteten im Vergleich zu RZA-Patienten eine signifikant stärkere Verbesserung ihrer Beschwerden durch das Biosimilar (G-EEE: 8,6 (1,9) vs. 5,3 (3,4); p<0,05). Negative Erwartungen hinsichtlich Verschlechterung oder Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen niedrig ausgeprägt. 19 RZA-Patienten (79,2%) und 9 RA Patienten (90,0%) verblieben auf dem TCZ-Biosimilar. Die Behandlungszufriedenheit mit dem TCZ-Biosimilar war bei den umgestellten Patienten hoch (TSQM 63,5 (RA) versus 66,8 (RZA)). Es konnte kein Zusammenhang zwischen der Erwartung einer Verbesserung durch die Behandlung mit einem TCZ-Biosimilar und der Adhärenz gezeigt werden (r=-0,005, p=0,978).

Tabelle 1: Patientencharakteristika stratifiziert nach Diagnose zu Baseline

Abbildung 1: Flussdiagamm

Schlussfolgerung: Patienten mit RA und RZA zeigen eine hohe Akzeptanz und Adhärenz gegenüber einem TCZ-Biosimilar. Es konnte kein Einfluss der Behandlungserwartung auf die Akzeptanz und Adhärenz nachgewiesen werden.

Offenlegungserklärung: Die Studie wurde finanziell durch Fresenius Kabi unterstützt.