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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Evaluation eines Chatbot-basierten Erklärungs-Tools für Symptom-Checker-Ergebnisse bei Patienten in der Rheumatologie

Harriet Morf - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Deutsches Zentrum für Immuntherapie (DZI), Erlangen, Deutschland; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Department of Medicine 3 – Rheumatology and Immunology, Erlangen, Deutschland
Daniyal Selani - Leiden Computational Biology Centre, Leiden University Medical Center, Leiden, Zuid-Holland, Niederlande
Rachel Knevel - Department of Rheumatology, Newcastle University, Newcastle upon Tyne, Vereinigtes Königreich; Department of Rheumatology, Leiden University Medical Center, Leiden, Niederlande
Lin Qin - Department of Rheumatology, Newcastle University, Newcastle upon Tyne, Vereinigtes Königreich; Department of Rheumatology, Leiden University Medical Center, Leiden, Niederlande
Luisa Schäfers - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Department of Medicine 3 – Rheumatology and Immunology, Erlangen, Deutschland
Maryna Dohadaieva - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Department of Medicine 3 – Rheumatology and Immunology, Erlangen, Deutschland
Stefan Jakobi - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Department of Medicine 3 – Rheumatology and Immunology, Erlangen, Deutschland
Loreto Carmona - Instituto de Salud Musculoesquelética, Madrid, Spain
Anna-Maria Liphardt - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Department of Medicine 3 – Rheumatology and Immunology, Erlangen, Deutschland; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Deutsches Zentrum für Immuntherapie (DZI), Erlangen, Deutschland
Georg Schett - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Department of Medicine 3 – Rheumatology and Immunology, Erlangen, Deutschland; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Uniklinikum Erlangen, Deutsches Zentrum für Immuntherapie (DZI), Erlangen, Deutschland
Johannes Knitza - Institute for Digital Medicine, University Hospital of Giessen and Marburg, Philipps-University Marburg, Digital Medicine, Marburg, Deutschland
Felix Mühlensiepen - Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland; Center for Health Services Research, Faculty of Health Sciences Brandenburg, Brandenburg Medical School, Rüdersdorf, Brandenburg, Deutschland

Text

Einleitung: Die weltweite Prävalenz rheumatischer Erkrankungen steigt stetig an, dennoch bleibt eine beträchtliche Anzahl von Personen mit muskuloskelettalen Symptomen undiagnostiziert [1]. Während digitale Symptom-Checker zunehmend zur initialen Selbsteinschätzung genutzt werden, stehen Patienten oft vor der Herausforderung, die generierten Ergebnisse korrekt zu interpretieren. Diese Studie evaluiert eine neuartige Chatbot-basierte Intervention, die darauf ausgelegt ist, das Verständnis und die Interpretation der Ergebnisse digitaler Symptom-Checker zu erleichtern.

Methoden: Es wurde eine User-Experience-Studie (UX) mit rheumatischen Patienten durchgeführt. Es wurden 22 Teilnehmer eingeschlossen. Geplant ist die gleiche Studie mit einer gesunden Kontrollgruppe. Nach einem standardisierten Protokoll wurden den Probanden die Profile von vier hypothetischen Fallbeispielen aus einem Symptom-Checker präsentiert: eine gesicherte rheumatische Erkrankung, Fibromyalgie, eine gesunde Person und Arthrose. Im Anschluss an die Demonstration wurden sie angewiesen, mit dem Chatbot zu interagieren und Fragen zu diesen Ergebnissen zu stellen. Die Antworten des Chatbots wurden live per Screen-Sharing angezeigt. Die Evaluation umfasst zwei anonyme Umfragen mit Fokus auf den unmittelbaren Eindruck sowie die allgemeine Nutzbarkeit des Chatbots (System Usability Scale (SUS), User Mobile App Rating Scale (uMARS)).

Ergebnisse: Das mediane Alter lag bei 50.36 ± 16.03 Jahren, die Geschlechterverteilung betrug 68,2% weiblich und 31,8% männlich. Die mediane Erkrankungsdauer lag bei 5.6 ± 11.28 Jahren. Im Fall der Fibromyalgie würden initial 45,5% ihren Hausarzt aufsuchen, während 36,4% im Internet recherchieren würden. Nach der Nutzung des Chatbots gaben 72,7% an, den Hausarzt aufzusuchen, 13,6% würden im Internet suchen und 13,6% die Symptome beobachten. Im Fall einer rheumatischen Erkrankung würden initial 31,8% den Hausarzt aufsuchen, 22,7% im Internet suchen, 27,3% die Symptome beobachten und 9,1% keine Maßnahmen ergreifen. Nach Nutzung des Chatbots stieg die Bereitschaft zum Hausarztbesuch auf 81,8%, während nur noch 4,5% im Internet recherchieren würden. Interessanterweise antworteten auf die Frage, ob sie die Erkrankung nun besser verstünden, 9% mit „viel besser“, 45,5% mit „besser“ und 45,5% mit „gleichbleibend“. Die Usability (SUS) lag bei 66,11 ± 12,96 (Skala 0–100). Die Qualität des Chatbots wurde im uMARS mit 3,53 ± 0,55 als gut bewertet (Skala 1–5).

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass ein interaktiver Chatbot ein effektives und gut akzeptiertes Tool sein kann, um die Lücke zwischen digitalem Symptom-Checker und dem Patientenverständnis zu schließen und eine optimale Weiterbetreuung zu gewährleisten.

Offenlegungserklärung: Diese Arbeit wurde teilweise durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – SFB 1483 – Projekt-ID 442419336 sowie durch das Horizon Health 2022 Projekt SPIDeRR (Projektcode 101080711) unterstützt.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Abbildung 1: Einfluss des Chatbots auf die Handlungsabsicht bei Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung (n=22)


References

[1] Knitza J, Mohn J, Bergmann C, Kampylafka E, Hagen M, Bohr D, Morf H, Araujo E, Englbrecht M, Simon D, Kleyer A, Meinderink T, Vorbrüggen W, von der Decken CB, Kleinert S, Ramming A, Distler JHW, Vuillerme N, Fricker A, Bartz-Bazzanella P, Schett G, Hueber AJ, Welcker M. Accuracy, patient-perceived usability, and acceptance of two symptom checkers (Ada and Rheport) in rheumatology: interim results from a randomized controlled crossover trial. Arthritis Res Ther. 2021 Apr 13;23(1):112. DOI: 10.1186/s13075-021-02498-8