Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Evaluation eines Chatbot-basierten Erklärungs-Tools für Symptom-Checker-Ergebnisse bei Patienten in der Rheumatologie
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Einleitung: Die weltweite Prävalenz rheumatischer Erkrankungen steigt stetig an, dennoch bleibt eine beträchtliche Anzahl von Personen mit muskuloskelettalen Symptomen undiagnostiziert [1]. Während digitale Symptom-Checker zunehmend zur initialen Selbsteinschätzung genutzt werden, stehen Patienten oft vor der Herausforderung, die generierten Ergebnisse korrekt zu interpretieren. Diese Studie evaluiert eine neuartige Chatbot-basierte Intervention, die darauf ausgelegt ist, das Verständnis und die Interpretation der Ergebnisse digitaler Symptom-Checker zu erleichtern.
Methoden: Es wurde eine User-Experience-Studie (UX) mit rheumatischen Patienten durchgeführt. Es wurden 22 Teilnehmer eingeschlossen. Geplant ist die gleiche Studie mit einer gesunden Kontrollgruppe. Nach einem standardisierten Protokoll wurden den Probanden die Profile von vier hypothetischen Fallbeispielen aus einem Symptom-Checker präsentiert: eine gesicherte rheumatische Erkrankung, Fibromyalgie, eine gesunde Person und Arthrose. Im Anschluss an die Demonstration wurden sie angewiesen, mit dem Chatbot zu interagieren und Fragen zu diesen Ergebnissen zu stellen. Die Antworten des Chatbots wurden live per Screen-Sharing angezeigt. Die Evaluation umfasst zwei anonyme Umfragen mit Fokus auf den unmittelbaren Eindruck sowie die allgemeine Nutzbarkeit des Chatbots (System Usability Scale (SUS), User Mobile App Rating Scale (uMARS)).
Ergebnisse: Das mediane Alter lag bei 50.36 ± 16.03 Jahren, die Geschlechterverteilung betrug 68,2% weiblich und 31,8% männlich. Die mediane Erkrankungsdauer lag bei 5.6 ± 11.28 Jahren. Im Fall der Fibromyalgie würden initial 45,5% ihren Hausarzt aufsuchen, während 36,4% im Internet recherchieren würden. Nach der Nutzung des Chatbots gaben 72,7% an, den Hausarzt aufzusuchen, 13,6% würden im Internet suchen und 13,6% die Symptome beobachten. Im Fall einer rheumatischen Erkrankung würden initial 31,8% den Hausarzt aufsuchen, 22,7% im Internet suchen, 27,3% die Symptome beobachten und 9,1% keine Maßnahmen ergreifen. Nach Nutzung des Chatbots stieg die Bereitschaft zum Hausarztbesuch auf 81,8%, während nur noch 4,5% im Internet recherchieren würden. Interessanterweise antworteten auf die Frage, ob sie die Erkrankung nun besser verstünden, 9% mit „viel besser“, 45,5% mit „besser“ und 45,5% mit „gleichbleibend“. Die Usability (SUS) lag bei 66,11 ± 12,96 (Skala 0–100). Die Qualität des Chatbots wurde im uMARS mit 3,53 ± 0,55 als gut bewertet (Skala 1–5).
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass ein interaktiver Chatbot ein effektives und gut akzeptiertes Tool sein kann, um die Lücke zwischen digitalem Symptom-Checker und dem Patientenverständnis zu schließen und eine optimale Weiterbetreuung zu gewährleisten.
Offenlegungserklärung: Diese Arbeit wurde teilweise durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – SFB 1483 – Projekt-ID 442419336 sowie durch das Horizon Health 2022 Projekt SPIDeRR (Projektcode 101080711) unterstützt.
Abbildung 1 [Abb. 1]
Abbildung 1: Einfluss des Chatbots auf die Handlungsabsicht bei Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung (n=22)



