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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Progression der Bruch-Membran Kalzifizierung bei Pseudoxanthoma Elasticum – 2-Jahres Verlaufsdaten

Theresa Lipsky - Basel/CH
G. Ansari - Basel/CH
O. Morelle - Bonn
J.A. Giger - Basel/CH
S.F. Terry - PXE International Washington DC/USA
N. Feltgen - Basel/CH
K. Pfau - Bonn
M. Pfau - Bonn

Text

Fragestellung: Die Kalzifizierung der Bruch-Membran bei Pseudoxanthoma elasticum (PXE) gewinnt klinisch sowie wissenschaftlich an Relevanz, da ihre Ausdehnung mit sekundären Netzhautkomplikationen sowie einer verzögerten Dunkeladaptation assoziiert ist, was sie zu einem vielversprechenden Endpunkt für zukünftige interventionelle Studien macht. Bezüglich der Progressionrate gibt es allerdings bislang nur begrenzt Daten. Ziel dieser Studie war es, das Fortschreiten der en-face Kalzifizierung der Bruch-Membran über einen Zeitraum von zwei Jahren mittels Broad-Line-Fundus-Imaging (BLFI) zu beurteilen.

Methodik: In dieser prospektive Beobachtungsstudie (PROPXE ClinicalTrials.gov NCT05662085) wurden 26 erwachsene Patientinnen und Patienten mit PXE am Universitätsspital Basel an zwei Terminen untersucht; von diesen absolvierten 21 auch einen dritten und vierten Termin (Baseline, 2 Monate, 12 Monate, 24 Monate). Die Bildgebung umfasste BLFI-Farbfundusfotografie (bis zu 100 Grad Exzentrizität) und 9-Feld-Infrarotreflexions-cSLO (bis zu 83 Grad Exzentrizität). Die Funktion wurde durch Dunkeladaptometrie bei 8 Grad, 15 Grad, 30 Grad und 46 Grad entlang des temporalen Netzhautmeridians gemessen. Primäre Endpunkte waren das Fortschreiten der Ausdehnung der temporalen inneren Peau-d'orange-Grenze über vier Studienbesuche innerhalb von zwei Jahren und deren Zusammenhang mit der Rod Intercept Time (RIT).

Ergebnisse: Insgesamt wurden 26 PXE-Patientinnen und Patienten (14 Frauen, 12 Männer; Median [IQR] Alter 55 Jahre [43, 59]) in die Studie aufgenommen. Von diesen absolvierten 21 alle 4 Studienbesuche. Die mediane [IQR] Ausdehnung der temporalen inneren Peau-d'orange-Grenze, gemessen anhand der BLFI-basierten Quantifizierung, betrug zu Studienbeginn 27,5 Grad [21,7, 38,1]. Longitudinale Veränderungen wurden mittels eines linearen gemischten Effektmodells unter Berücksichtigung der interokulären Korrelation und des Alters analysiert. Das Modell zeigte eine signifikante jährliche Progression der Ausdehnung der Peau-d'orange mit einem geschätzten Anstieg von 0,7 Grad pro Jahr [95% CI 0,43 – 0,98, p < 0,001]. Das Ausmaß der temporalen inneren Peau-d'orange-Grenze zu Studienbeginn war stark mit einer verzögerten stäbchenmediierten Dunkeladaptation bei 8 Grad (+1,29 min/Grad, p < 0,001) und 15 Grad (+0,97 min/Grad, p < 0,001) assoziiert.

Schlussfolgerung: Die Ausdehnung der inneren Peau-d'orange-Grenze bei PXE zeigt im Laufe der Zeit eine signifikante Progression, die mithilfe des in der klinischen Routine genutzten BLFI gemessen werden kann. Der starke Zusammenhang zwischen der Ausdehnung der Grenze und verzögerter Dunkeladaptation der Stäbchen sowie die signifikante Progression der Ausdehnung sprechen dafür, dass die Kalzifizierung der Bruch-Membran einen vielversprechender struktureller Biomarker für zukünftige Therapiestudien und die klinische Praxis darstellt.