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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Kurzzeitanalyse anatomischer Veränderungen nach Umstellung von intravitrealem Aflibercept 2 mg auf 8 mg bei neovaskulärer AMD: Eine Real-World-Studie

Viola Katharina Merk - Homburg/Saar
B. Seitz - Homburg/Saar
A.D. Abdin - Homburg/Saar

Text

Ziel: Ziel dieser Studie war die Evaluation anatomischer Veränderungen mittels optischer Kohärenztomographie bei Patienten mit neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) nach drei intravitrealen Injektionen von Aflibercept 8 mg, nach direkter Umstellung von Aflibercept 2 mg auf 8 mg, unter Real-World-Bedingungen.

Methode: Retrospektive, monozentrische Beobachtungsstudie, durchgeführt in der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes. In diese Studie wurden 32 Augen von 31 Patienten mit nAMD eingeschlossen, bei denen aufgrund eines unzureichenden Ansprechens auf Aflibercept 2 mg eine direkte Umstellung auf Aflibercept 8 mg erfolgte. Ein unzureichendes Ansprechen wurde definiert als persistierende intraretinale Flüssigkeit (IRF) oder subretinale Flüssigkeit (SRF) oder als Rezidiv von IRF/SRF nach Verlängerung der Behandlungsintervalle unter Aflibercept 2 mg. Die Datenerhebung erfolgte zum Ausgangszeitpunkt, bei jedem Besuch während der dreimonatigen monatlichen Aflibercept 8 mg Upload-Phase sowie vier Wochen nach der letzten Injektion des Uploads. Alle Patienten erhielten eine umfassende ophthalmologische Untersuchung einschließlich spektral-domänenbasierter optischer Kohärenztomographie (SD-OCT).Die untersuchten Outcome-Parameter umfassten die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA, logMAR), die zentrale Makuladicke (CMT, µm), die maximale Höhe der Pigmentepithelabhebung (PED-Höhe, µm) sowie das Vorhandensein intraretinaler (IRF) und subretinaler Flüssigkeit (SRF) in der SD-OCT.

Ergebnis: Das mittlere Alter der Patienten zum Ausgangszeitpunkt betrug 81,2 ± 8,2 Jahre; 45,2% der Patienten waren männlich. Die mittlere Anzahl vorheriger intravitrealer Injektionen betrug 26,3 ± 22,6, davon im Mittel 18,8 ± 17,7 Injektionen mit Aflibercept 2 mg. Zwanzig Augen hatten vor der Umstellung ausschließlich Aflibercept 2 mg erhalten. Zusätzlich waren zuvor 9 Augen mit Bevacizumab (14,8 ± 7,4 Injektionen), 5 Augen mit Ranibizumab (15,8 ± 9,9 Injektionen) und 1 Auge mit Faricimab (27 Injektionen) behandelt worden. Es zeigte sich eine signifikante Reduktion der IRF-Prävalenz von 55,9% zum Ausgangszeitpunkt auf 29,2% nach der ersten, 29,2% nach der zweiten und 31,6% nach der dritten Injektion (p < 0,05). Ebenso nahm die SRF signifikant von 64,7% zu Beginn auf 25,0% nach der ersten, 29,2% nach der zweiten und 21,1% nach der dritten Injektion ab (p < 0,05). Die größte Reduktion von IRF und SRF wurde nach der ersten Injektion beobachtet. Die PED-Höhe nahm signifikant von 272,2 ± 196,6 µm zum Ausgangszeitpunkt auf 243,9 ± 157,7 µm nach drei Injektionen ab (p < 0,05). Die mittlere CMT verringerte sich signifikant von 322,7 ± 111,1 µm zu Beginn auf 289,5 ± 94,7 µm nach der ersten, 298,2 ± 110,6 µm nach der zweiten und 301,7 ± 99,1 µm nach der dritten Injektion (p < 0,05).Die BCVA zeigte eine numerische Verbesserung von 0,62 ± 0,45 logMAR zum Ausgangszeitpunkt auf 0,57 ± 0,43 logMAR nach drei Injektionen, jedoch ohne statistische Signifikanz (p = 0,24). In dieser Studienpopulation wurde ein unerwünschtes Ereignis dokumentiert: ein Hautausschlag, der zum Abbruch der Behandlung führte.

Schlussfolgerung:In dieser Real-World-Studie führte die dreimonatige monatliche Upload-Phase mit intravitrealem Aflibercept 8 mg bei Patienten mit nAMD, die zuvor mit Aflibercept 2 mg behandelt worden waren, zu einer signifikanten und raschen anatomischen Verbesserung. Diese spiegelte sich in einer Reduktion makulärer Flüssigkeit sowie einer Abnahme der Pigmentepithelabhebung (PED-Höhe) als Marker der Krankheitsaktivität wider.Die BCVA als funktioneller Parameter blieb stabil mit einer Tendenz zur Verbesserung. Weitere Studien sind erforderlich, um Langzeitergebnisse sowie das Potenzial zur Verlängerung der Injektionsintervalle zu evaluieren. Darüber hinaus könnte die Integration KI-gestützter Analysen zukünftig zu einer verbesserten Beurteilung des Therapieansprechens beitragen.