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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Ausmaß der Bruch-Membran-Kalzifizierung ist assoziiert mit okulären Spätkomplikationen bei Pseudoxanthoma elasticum

Ebony Eberz - Bonn
J. Meinke - Bonn
O. Morelle - Bonn
K. Raming - Bonn
M. Holzaht - Bonn
R. Penne - Bonn
C. Kessler - Bonn
P. Herrmann - Bonn
M. Pfau - Bonn
F.G. Holz - Bonn
K. Pfau - Bonn

Text

Hintergrund: Pseudoxanthoma elasticum (PXE) ist eine seltene genetische Multisystemerkrankung, die durch eine progrediente Kalzifizierung von elastischen Fasern ophthalmologisch zur Affektion der Bruch-Membran führt. Da sich die Bereiche der Bruch-Membran-Kalzifizierung mit der Zeit kontinuierlich von der Papille nach peripher ausdehnen, entstehen die für PXE charakteristischen drei Areale des (1.) posterioren kontinuierlich kalzifizierten Bereichs, der (2.) Peau d’orange (PDO), als Übergangszone, und der (3.) peripher (noch) unbeeinträchtigten Retina. Diese Studie quantifiziert mithilfe der Nahinfrarot-Bildgebung (IR) die Ausdehnung der inneren und äußeren PDO-Grenze und untersucht deren Zusammenhang mit den visusbedrohenden Endpunkten, der makulären Atrophie und dem Auftreten einer exsudativen CNV, um die PDO als strukturellen Biomarker der Krankheitsausprägung zu etablieren.

Methoden: Im Rahmen der prospektiven Verlaufskohortenstudie (PAPA-Studie, ClinicalTrials.gov ID: NCT07048106) wurden IR-Widefield Montagen bei PXE-Patienten erhoben. Diese wurden hinsichtlich der Ausdehnung der inneren und äußeren PDO-Grenzen bei Baseline von zwei unabhängigen Untersuchern gegradet, indem die innere und äußere Grenze der PDO händisch zirkulär bestimmt wurde. Gruppenvergleiche erfolgten mittels Wilcoxon-Tests. Die Assoziation hinsichtlich der Endpunkte – makulärer Atrophie und exsudativer CNV/ intravitrealer anti-VEGF Therapie (IVT) – wurde mittels ROC-Analyse mit logistischer Regressionsanalyse untersucht.

Ergebnisse: Es wurden 99 Augen von 50 Patienten (27 weiblich, 23 männlich; Medianalter 47,7 Jahre, Spannweite 9–77 Jahre) eingeschlossen. Eine makuläre Atrophie lag bei 45,5% (45/99) der Augen vor. Eine IVT in der Vorgeschichte wurde bei 46,5% (46/99) dokumentiert, mit durchschnittlich 20,8 ± 16,2 Injektionen unter den behandelten Augen. Eine größere Exzentrizität der temporalen inneren PDO-Grenze war stark mit dem Vorliegen einer makulären Atrophie und IVT assoziiert. Beim Atrophierisiko zeigte sich ein erhöhtes Odds Ratio (OR) von 2,37 (95%-KI 1,61–3,73) pro 10°-Zunahme der Exzentrizität sowie ein OR von 2,11 (95%-KI 1,46–3,22) pro 10°-Zunahme der Exzentrizität beim Risiko für eine IVT in der Vorgeschichte.

Schlussfolgerungen: Das Ausmaß der inneren PDO-Grenze – als Ausdruck der vollständig kalzifizierten Bruch-Membran ist eng mit dem Auftreten makulärer Atrophie und exsudativer CNV infolge von PXE assoziiert. Das hohe Odds Ratio zwischen dem Ausmaß der Kalzifizierung und dem Auftreten von Spätkomplikationen ist mit einem möglichen kausalen Zusammenhang gut vereinbar. Die quantitative Erfassung dieser Grenze mittels IR-Bildgebung könnte einen klinisch gut zugänglichen strukturellen Marker für Stadieneinteilung und Verlaufsbeurteilung bei PXE darstellen.