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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Funktionelles und anatomisches Outcome nach primärer Vitrektomie bei rhegmatogener Netzhautablösung: Bedeutung von Cerclage und Makulastatus

Shirin Ashraf Vaghefi - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
V.A. Knecht - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
A.F. Blumentritt - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
A. Böker - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
L. Freisberg - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
B. Müller - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
A.M. Joussen - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
F. Rosanski - Augenklinik, Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin
O. Zeitz - Augentagesklinik Zehlendorf, Berlin

Text

Ziel: Untersuchung der anatomischen und funktionellen Ergebnisse nach primärer Pars-plana-Vitrektomie bei rhegmatogener Netzhautablösung mit besonderem Fokus auf den Einfluss einer Cerclage auf die Rate anatomischen Erfolgs und Einflussfaktoren auf das funktionelle Ergebnis.

Methode: Retrospektive monozentrische Analyse von 913 konsekutiven primären Pars-plana-Vitrektomien bei rhegmatogener Netzhautablösung im Zeitraum 2019 bis 2025. Für die funktionelle Analyse wurden 709 Augen mit präoperativem und postoperativem Visus eingeschlossen, Mindestnachbeobachtung 4 Wochen, mediane Nachbeobachtung 15,2 Wochen. Analysiert wurden die Rate erneuter Netzhautablösungen, der Einfluss einer Cerclage auf die primäre Wiederanlagerate sowie der Einfluss des präoperativen Makulastatus, der Ausdehnung, PVR und des Patientenalters auf die Visusentwicklung.

Ergebnis: Die Gesamtrate erneuter Netzhautablösungen betrug 43 von 913 Augen, entsprechend 4,7 Prozent. Eine Cerclage wurde in 496 von 913 Augen eingesetzt, entsprechend 54,3 Prozent. Trotz höherer Fallkomplexität war die Rate erneuter Netzhautablösungen mit Cerclage niedriger als ohne Cerclage, nämlich 2,2 Prozent versus 7,0 Prozent, p kleiner 0,001. Augen mit Cerclage wiesen im Mittel eine größere Ausdehnung der Netzhautablösung auf, 5,1 versus 4,7 Uhrzeiten, häufiger eine inferiore Beteiligung, 66,7 Prozent versus 59,7 Prozent, und häufiger eine fortgeschrittene PVR, 32,3 Prozent versus 9,2 Prozent.In der funktionellen Analyse zeigten Makula-off-Augen im Vergleich zu Makula-on-Augen eine deutlich stärkere Visusverbesserung mit einer mittleren Änderung von -0,94logMAR versus -0,09 logMAR, p kleiner 0,001. Gleichzeitig war der Ausgangsvisus in der Makula-off-Gruppe deutlich schlechter, 1,36 versus 0,27 logMAR. In der multivariaten Analyse war der präoperative Makulastatus der stärkste unabhängige Prädiktor der Visusänderung; zusätzlich zeigte die Ausdehnung der Netzhautablösung einen geringeren, aber signifikanten Einfluss.

Schlussfolgerung: Trotz höherer Ausgangskomplexität ist die Cerclage mit einer besseren primären Wiederanlagerate assoziiert. Insbesondere in komplexeren Fällen sollte daher die Anwendung der Cerclage erwogen werden. Für das funktionelle Ergebnis ist der präoperative Makulastatus der entscheidende Faktor. Eine frühe operative Versorgung vor Makulabeteiligung bleibt daher zentral; zugleich zeigt die ausgeprägte Visuserholung bei Makula-off-Augen, dass auch in diesen Fällen eine zeitnahe Operation sehr sinnvoll ist.