38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
Subklinische vaskuläre Veränderungen der Makula bei kürzlich diagnostiziertem Diabetes
Text
Ziel: dieser Studie war die Analyse der Makula mit optischer Kohärenztomographie (OCT) bzw. optischer Kohärenztomographie-Angiographie (OCTA) hinsichtlich vaskulärer und struktureller Veränderungen kurz nach Diagnosestellung von Typ-1- und Typ-2-Diabetes mellitus.
Methode: Die im Rahmen der Deutschen Diabetes-Studie durchgeführten Untersuchung im ersten Jahr nach der Diabetesdiagnose von Probanden mit Typ-1- (n=143) oder Typ-2-Diabetes (n=197) bzw. alters- und geschlechtsgematchten Kontrollprobanden (n=105) umfasste die Erhebung von EDTRS-Visus und Kontrastempfindlichkeit, die Funduskopie und Fundusfotodokumentation sowie die Bestimmung von OCT/OCTA-Parametern (Perfusions- und Kapillardichte im oberflächlichen, mittleren und tiefen Kapillarplexus, die Größe der fovealen avaskulären Zone (FAZ) und Netzhautschichtdickenmessung).
Ergebnis: Bereits im ersten Jahr nach der Diabetesdiagnose waren die Perfusion und Gefäßdichte des oberflächlichen Kapillarnetzes bei Typ-2-Diabetes reduziert (−0.0071, p=0.028 und −0.0034, p=0.018). Zudem war die FAZ vergrößert, bei Typ-2-Diabetes deutlicher (0,0819, p=0.0006) als bei Typ-1-Diabetes (0.0552, p=0.0327). Der Nachweis von Mikroaneurysmen im oberflächlichen und tiefen Plexus korrelierte mit einer verminderten Dicke der retinalen Nervenfaserschicht und der inneren plexiformen Schicht.
Schlussfolgerung: Frühzeitig nach Diabetes-Diagnosestellung finden sich subklinische vaskuläre Veränderungen, besonders bei Typ-2-Diabetes. Mit dem Nachweis von Mikroaneurysmen lässt sich eine Abnahme bestimmter innerer Netzhautschichten nachweisen.



