71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Korrelation der PSA-Dichte mit den klinisch signifikanten Tumoren nach einer MRT-Fusionsbiopsie der Prostata – Real-World-Daten
Text
Einleitung: Das Prostatakarzinom (PCa) ist bundesweit die häufigste, diagnostizierte solide Tumorerkrankung des Mannes mit 65.820 Neuerkrankungen und 15.403 Todesfällen im Jahr 2020 laut RKI. Die transrektale ultraschallgesteuerte Biopsie wird zunehmend durch die MRT-Fusionsbiopsie ersetzt. Die PSA-Dichte wurde als hilfreicher Parameter zur Erhöhung der diagnostischen Präzision vorgeschlagen. Dennoch existiert bislang keine direkte Korrelation zwischen PSA-Dichte und klinisch signifikanten Tumoren (WHO/ISUP Gruppe >2).
Methode: Wir analysierten retrospektiv klinische und pathologische Daten von Patienten, die in den letzten vier Jahren in unserer Abteilung eine MRT-Fusionsbiopsie der Prostata erhalten hatten. Es wurden Patienten mit einem PI-RADS-Score von 3, 4 und 5 ausgewertet und in drei Hauptgruppen unterteilt: Gruppe A mit PI-RADS 3, Gruppe B mit PI-RADS 4 und Gruppe C mit PIRADS 5. Für jeden Patienten mit positiver Biopsie wurde die PSA-Dichte berechnet und mit der klinischen Signifikanz des Tumors korreliert.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 678 Patienten in unserer Abteilung einer MRT-Fusionsbiopsie unterzogen. 409 Patienten mit PIRADS 3,4 und 5 wurden in die Studie eingeschlossen. Aufgrund der niedrigen Detektionsrate (27%) war in Gruppe A eine Korrelation der PSA Dichte und des Gleason Scores nicht aussagekräftig. Bei PI-RADS 4 lag die PSA-Dichte im Mittel bei 0,14 ng/ml/ml für klinisch nicht signifikante und 0,17 ng/ml/ml für klinisch signifikante Tumoren. Bei PI-RADS 5 lag die PSA-Dichte im Mittel bei 0,21 ng/ml/ml für klinisch nicht signifikante und 0,30 ng/ml/ml für klinisch signifikante Tumoren.
Schlussfolgerung: Unsere Studie bestätigt den etablierten Wert der PSA-Dichte zur Vorhersage eines PCa und der damit verbundenen Indikation zur MRT-Fusionsbiopsie zusätzlich zur PI-RADS-Klassifikation. Die PSA-Dichte erweist sich als nützlicher Parameter zur Vorhersage des Biopsie Ergebnisses. Bei Grenzwerten von 0,155 ng/ml/ml in Gruppe B und 0,255 ng/ml/ml in Gruppe C zeigte sich eine höhere Vorhersagewahrscheinlichkeit eines klinisch signifikanten Tumors, wenn die PSA-Dichte oberhalb dieser Grenzwerte lag.



