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Jahrestagung Kinderurologie 2026


16.-17.01.2026
Mainz

Meeting Abstract

Eosinophile Zystitis als seltene Ursache rezidivierender Harnwegssymptome im Kindesalter

Nicole Faust - Kinderurologie, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marienhausklinikum, Neuwied, Deutschland
Franziska Vauth - Kinderurologie, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marienhausklinikum, Neuwied, Deutschland
Wolfgang Rösch - Kinderurologie, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marienhausklinikum, Neuwied, Deutschland
Aybike Hofmann - Kinderurologie, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marienhausklinikum, Neuwied, Deutschland

Text

Einleitung: Dysurie und Inkontinenz sind häufige Symptome im Kindesalter und werden bei auffälligem Urinstatus zunächst als Harnwegsinfekt behandelt. Persistieren die Beschwerden trotz adäquater Therapie, müssen seltenere Differenzialdiagnosen erwogen werden – darunter die eosinophile Zystitis (EZ). Diese seltene, benigne Entzündung der Blasenwand ist durch eine transmuralen eosinophilen Infiltration gekennzeichnet. Die Ätiologie ist unklar; diskutiert werden allergische Mechanismen, parasitäre Infektionen oder eine Assoziation mit dem hypereosinophilen Syndrom. Bildgebend zeigt sich typischerweise eine polypös verdickte, unregelmäßig berandete Blasenwand, die zystoskopisch entzündet, geschwollen oder ulzeriert imponieren und malignen Tumoren – insbesondere dem Rhabdomyosarkom – ähneln kann.

Fallbericht: Ein 4 Jahre und 8 Monate altes Mädchen wurde aufgrund persistierender Dysurie und Inkontinenz vorgestellt. Trotz antibiotischer Therapie blieben die Symptome bestehen. Sonographisch zeigte sich eine unregelmäßige Blasenwandverdickung im Bereich des Blasenbodens. Die durchgeführte Urethrozystoskopie zeigte eine deutlich verdickte Schleimhaut mit multiplen Einblutungen. Zur Diagnosesicherung erfolgte eine transurethrale Probenentnahme; histologisch bestätigte sich eine eosinophile Zystitis.

Diskussion: Die EZ tritt vor allem im Kindesalter auf, ihre Ursache ist jedoch nicht abschließend geklärt. Die typische sonographische und endoskopische Morphologie kann auch bei malignen Veränderungen vorkommen, weshalb die endgültige Diagnose eine Biopsie erfordert. Die Behandlung erfolgt überwiegend symptomatisch, häufig mit Antihistaminika, Steroiden oder Antibiotika. Einheitliche Therapieempfehlungen oder langfristige Behandlungskonzepte existieren bislang nicht.