Jahrestagung Kinderurologie 2026
Jahrestagung Kinderurologie 2026
Management von Buried Penis und Megaprepuce im Kindesalter: Eine Fallserie
Text
Fragestellung: Der buried penis sowie das congenital megaprepuce (BPCM) stellen seltene angeborene Fehlbildungen des äußeren Genitals dar, die durch eine überschüssige, ballonierende Vorhaut, eine insuffiziente Hautfixation (peno-scrotal angle), pathologisch veränderte Tunica dartos und eine ventrale Hautverlagerung gekennzeichnet sind. Sie können funktionelle Probleme, rezidivierende Infektionen sowie kosmetische Beeinträchtigungen verursachen. Häufig entstehen Beschwerden nach vorangegangenen inadäquaten Beschneidungen.
Material und Methode: Es erfolgte eine retrospektive Analyse aller Kinder, die von 2016 bis 2024 aufgrund eines BPCM behandelt wurden. Dabei kamen unterschiedliche operative Techniken zum Einsatz (Buluggiu-Technik, staged repair, scrotal flap).
Ergebnisse: Insgesamt wurden 122 Kinder mit BPCM behandelt (Medianalter 1,6 Jahre; 0,4–17 Jahre). Davon erhielten 36 Kinder (29,5 %) eine Operation (Medianalter 2,18 Jahre; 0,4–14,7 Jahre). Fünf Kinder (13,9 %) waren zuvor bereits zirkumzidiert worden. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Median 1 Jahr (0,6–5 Jahre). Das funktionelle und kosmetische Ergebnis war insgesamt sehr zufriedenstellend. Die Reoperationsrate lag bei 2,8 %.
Schlussfolgerung: Buried penis und Megaprepuce erfordern eine individualisierte operative Strategie, die funktionelle sowie kosmetische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine operative Korrektur stabile und gute Resultate erzielt und die Lebensqualität der Patienten nachhaltig verbessert. Zugleich kann ein Großteil der betroffenen Kinder konservativ behandelt werden. Bei zuvor zirkumzidierten Patienten stellt die operative Rekonstruktion aufgrund des Mangels an verfügbarer Penisschafthaut eine besondere Herausforderung dar.



