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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

25 Jahre ICF: Funktionsfähigkeit, selbstbestimmte Teilhabe und personbezogene Kontextfaktoren in Sozialmedizin und Versorgung

Patrick Schunda - MD Hessen, Deutschland
Silke Brüggemann - Deutsche Rentenversicherung Bund, Deutschland

Text

Hintergrund: 25 Jahre nach der Verabschiedung der ICF durch die Weltgesundheitsversammlung besteht breite Zustimmung zu ihrem biopsychosozialen Ansatz und ihrer Bedeutung für die Beschreibung von Funktionsfähigkeit, Teilhabe und Kontextfaktoren. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass die ICF häufig selektiv genutzt wird. Insbesondere personenbezogene Kontextfaktoren sind für sozialmedizinische Beurteilungen hoch relevant, obwohl sie in der ICF bislang nicht klassifiziert sind. Daraus ergeben sich konzeptionelle, methodische und praktische Fragen für Begutachtung, Versorgung und Rehabilitation.

Zielsetzung/Fragestellung: Der Workshop verfolgt drei Ziele:

  1. zentrale Konzepte der ICF nach 25 Jahren praxisbezogen zu reflektieren,
  2. die Bedeutung von Aktivitäten, Teilhabe, Umweltfaktoren und personbezogenen Kontextfaktoren für sozialmedizinische Entscheidungen zu diskutieren,
  3. gemeinsam Ansätze für eine angemessene und transparente Berücksichtigung dieser Faktoren in Versorgung, Begutachtung und Forschung zu erarbeiten.

Diskussionspunkt: Wie können personenbezogene Kontextfaktoren in sozialmedizinischer Praxis, Begutachtung und Versorgung systematisch berücksichtigt werden, ohne sie zu pathologisieren oder unzulässig zu standardisieren? Und wo hilft die Unterscheidung zwischen Aktivität und Teilhabe tatsächlich weiter

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Sozialmediziner:innen, Rehabilitationswissenschaftler:innen, Public-Health-Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen in Weiterbildung, Akteur:innen aus Begutachtung, Rehabilitation und Gesundheitsversorgung sowie Interessierte an der praktischen Anwendung der ICF.

Didaktische Methode/n: World Café

Take Home Message für die Praxis: Die ICF ist auch 25 Jahre nach ihrer Einführung ein tragfähiger Rahmen für eine personenzentrierte Sozialmedizin. Ihr praktischer Mehrwert steigt, wenn Funktionsfähigkeit und Teilhabe konsequent in ihrem Kontext betrachtet werden. Gerade die reflektierte Berücksichtigung personenbezogener Kontextfaktoren kann die Qualität von Begutachtung, Rehabilitationsplanung und sektorenübergreifender Versorgung verbessern.

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Die Workshopleitung erfolgt durch das Institut und die Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der TU Dresden (Prof. Dr. A. Seidler; Dr. M. Schubert; Dr. M. Girbig; C. Pietzsch) in Kooperation mit dem Bereich Allgemeinmedizin (Dr. H. Riemenschneider; A. A. Klein), gemeinsam mit dem praktizierenden Hausarzt Dr. med. J. A. Skuras sowie Vertreter:innen des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig und des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité Berlin.

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 20–30

Interessenkonflikte: P. Schunda ist Mitarbeiter beim MD Hessen, S. Brüggemann ist Mitarbeiterin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund