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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

‚Auf den Punkt gebracht‘ – Wissenschaftskommunikation für Medizin und Gesundheitsforschung

Eva Maria Holly - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam); Centre for Health and Society (chs), Düsseldorf, Deutschland
Ute Linnenkamp - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam); Centre for Health and Society (chs), Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund: Medizinische und gesundheitswissenschaftliche Erkenntnisse erreichen ihre Zielgruppen oft nicht in verständlicher Form. Fachsprache, komplexe Inhalte und unpassende Kommunikationsformate führen dazu, dass wichtiges Wissen nicht ankommt – weder bei Bürger:innen noch Patient:innen oder politischen Akteuren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen, ihre Arbeit transparent und zugänglich zu kommunizieren. Der Workshop adressiert diese Lücke durch praxisnahe Vermittlung von Kommunikationskompetenzen.

Zielsetzung/Fragestellung: Wie können Inhalte so vermittelt werden, dass sie bei der jeweiligen Zielgruppe ankommen? Der Workshop befähigt Teilnehmende, (1) ihre Zielgruppe konkret zu analysieren, (2) Sprache zielgruppengerecht anzupassen, (3) das passende Medium für ihre Botschaft zu wählen und (4) häufige Kommunikationsfehler zu vermeiden.

Diskussionspunkt: Wo liegt die Grenze zwischen notwendiger Vereinfachung und problematischer Simplifizierung? Die Teilnehmenden diskutieren das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Präzision und verständlicher Kommunikation. Besonders im medizinischen Kontext stellt sich die Frage: Wie viel Komplexität darf ich reduzieren, ohne Inhalte zu verfälschen oder Patient:innen falsche Sicherheit zu vermitteln? Der Workshop bietet Raum für Erfahrungsaustausch zu diesem Dilemma.

Zielgruppe: Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen aus Medizin und Gesundheitswissenschaften, die ihre Forschungsergebnisse/ Fachexpertise verständlich an unterschiedliche Zielgruppen vermitteln möchten.

Didaktische Methode/n: Der 90-minütige Workshop kombiniert Kurzimpulse mit praktischen Übungen in einem aktivierenden Lernformat. Nach jedem theoretischen Input (5–8 Min) folgen Einzelarbeits- oder Kleingruppenübungen (10–17 Min), in denen Teilnehmende ihre eigenen Themen (alternativ Fallvignetten) bearbeiten. Zentrale Methoden: Zielgruppenanalyse, Fachsprache-Übersetzungsübung, Entwicklung eines ersten individuellen Kommunikationsplans. Durch den Wechsel von Input, Einzelreflexion und Peer-Feedback wird Transferlernen in die eigene Praxis ermöglicht.

Take Home Message für die Praxis: Gute Wissenschaftskommunikation beginnt mit der Zielgruppenanalyse. Teilnehmende nehmen drei konkrete Werkzeuge mit: (1) Leitfragen zur Zielgruppenanalyse, (2) Prinzipien verständlicher Sprache und (3) einen individuellen Kommunikationsplan für ihr eigenes Thema. Die zentrale Erkenntnis: Wissenschaftskommunikation ist keine bloße Vereinfachung, sondern eine Übersetzung – und jede Zielgruppe braucht ihre eigene Ansprache und ein geeignetes Format.

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 15

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Dr. Eva Maria Holly, promovierte Historikerin, mit 4-jähriger Erfahrung in der Leitung von Wissenschaftskommunikation am Centre for Heath and Society (chs)/Institut für Allgemeinmedizin (ifam)/Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Spezialisiert auf partizipative Wissenschaftskommunikation und Dialogformate. Aktuell Sprecherin der AG Citizen Science in Medizin und Gesundheitsforschung, Mediatorin und Trainerin für Wissenschaftskommunikation.

Dr. Ute Linnenkamp, promovierte Versorgungsforscherin. Langjährige Tätigkeit am Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie des Deutschen Diabeteszentrums mit Verantwortung für Wissenschaftskommunikation. Expertise in der verständlichen Aufbereitung komplexer Forschungsergebnisse und im Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Praxis und Öffentlichkeit.

Interessenkonflikte: Keine