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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

FOCUS: Wie lassen sich präferenzsensitive Leitlinienempfehlungen für Shared Decision-Making priorisieren – ein Hands-on-Workshop

Clara Orduhan - Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Hochschule Brandenburg, Deutschland; Zentrum für Versorgungsforschung, Medizinische Hochschule Brandenburg, Deutschland
Leon Schewe - SHARE TO CARE. Patientenzentrierte Versorgung GmbH, Deutschland
Lena Fischer - Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Hochschule Brandenburg, Deutschland; Zentrum für Versorgungsforschung, Medizinische Hochschule Brandenburg, Deutschland
Fülöp Scheibler - SHARE TO CARE. Patientenzentrierte Versorgung GmbH, Deutschland; Nationales Kompetenzzentrum Shared Decision Making, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Deutschland
Torsten Karge - CGS Clinical Guideline Services GmbH, Deutschland; Abteilung für Gastroenterologie, Infektionskrankheiten und Rheumatologie, Charité-Universitätsmedizin, Deutschland
Thomas Langer - Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V., Deutschland
Corinna Schaefer - Deutsches Netzwerk für Gesundheitskompetenz, Deutschland
Jako Burgers - Care and Public Health Research Institute, Department of Family Medicine, Maastricht University, Maastricht, Niederlande; Dutch College of General Practitioners, Niederlande
Samir Gupta - Li Ka Shing Knowledge Institute of St. Michael’s Hospital, Unity Health, University of Toronto, Toronto, Kanada
Tammy Hoffmann - Institute for Evidence-Based Healthcare, Bond University, Australien
Katharina Hartmann - Mother Hood e.V., Deutschland
Udo Ehrmann - Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., Deutschland
Ivan Florez - Department of Pediatrics, University of Antioquia, Kolumbien; Pediatric Intensive Care Unit, Clínica Las Américas-AUNA, Kolumbien; School of Rehabilitation Science, McMaster University, Kanada
Andrew Hutchinson - National Institute for Health and Care Excellence (NICE), Großbritannien
Sheyu Li - Department of Endocrinology and Metabolism, Cochrane China Centre, MAGIC China Centre, Chinese Evidence-Based Medicine Centre, West China Hospital, Sichuan University, China
Marta Maes-Carballo - General Surgery Department, Hospital Público de Verín, Spanien; Department of General Surgery, University of Santiago de Compostela, Santiago de Compostela, Spanien; Deontological Committee of the College of Physicians of Ourense, Ourense, Spanien
Zachary Munn - Health Evidence Synthesis, Recommendations and Impact (HESRI), School of Public Health, University of Adelaide, Adelaide, Australien
Lilisbeth Perestelo-Perez - Evaluation Unit (SESCS), Canary Islands Health Service (SCS), Spanien; Network for Research on Chronicity, Primary Care, and Health Promotion (RICAPPS), Spanien; Spanish Network of Agencies for Assessing National Health System Technologies and Performance (RedETS), Spanien
Livia Puljak - Center for Evidence-Based Medicine and Healthcare, Catholic University of Croatia, Kroatien
Anne Stiggelbout - Medical Decision Making, Department of Biomedical Data Sciences, Leiden University Medical Center, Leiden, Niederlande
Dawid Pieper - Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Hochschule Brandenburg, Deutschland; Zentrum für Versorgungsforschung, Medizinische Hochschule Brandenburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Zunehmend wird deutlich, dass viele Leitlinienempfehlungen präferenzsensitiv sind. Entsprechend stellen Leitlinienentwickelnde vermehrt Tools zur Unterstützung von SDM bereit. Angesichts begrenzter Ressourcen für die Entwicklung solcher Tools ist es jedoch sinnvoll, die Leitlinienempfehlungen mit höchster SDM-Relevanz zu priorisieren. Ein strukturierter Ansatz hierfür fehlt bislang. Um diese Lücke zu schließen, wurde das Instrument FOCUS (Facilitating priOritization of Clinical guideline recommendations to sUpport SDM) entwickelt. Es unterstützt die systematische Priorisierung von Leitlinienempfehlungen nach ihrer SDM-Relevanz.

Zielsetzung/Fragestellung: (1) FOCUS praktisch anzuwenden und (2) hinderliche und förderliche Faktoren für die Implementierung von FOCUS in verschiedenen Kontexten der Leitlinienentwicklung zu diskutieren.

Diskussionspunkt: FOCUS bietet einen strukturierten Ansatz zur Priorisierung von Empfehlungen mit hoher SDM-Relevanz. Durch die gezieltere Entwicklung von SDM-Tools kann FOCUS dazu beitragen, Leitlinien personenzentrierter zu gestalten.

Zielgruppe: Leitlinienentwickelnde, Erstellende von Entscheidungshilfen für Patient:innen sowie Forschende mit Interesse im Bereich Leitlinienmethodik und Shared Decision-Making (SDM).

Didaktische Methode/n: Nach einer kurzen Einführung in Zielsetzung und Funktionsweise von FOCUS arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen. Anhand vorab ausgewählter Beispiel-Leitlinienempfehlungen bewerten sie mithilfe von FOCUS die SDM-Relevanz anhand von fünf Kriterien: (1) Mehrere Optionen, (2) Entscheidung mit Auswirkungen, (3) Mögliche Unterschiede in Werten und Präferenzen, (4) Behandlungslast und finanzielle Auswirkungen sowie (5) Unsicherheit der Evidenz. Die Bewertungen werden in die FOCUS-Software eingegeben, die daraus Scores berechnet und ein Ranking der Empfehlungen nach SDM-Relevanz erstellt. Die Ergebnisse werden im Plenum diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung von SDM-Tools sowie die Übertragbarkeit auf unterschiedliche Leitlinienkontexte.

Take Home Message für die Praxis: Die Teilnehmenden erwerben praktische Erfahrungen mit einem systematischen Verfahren zur Priorisierung von Leitlinienempfehlungen für SDM und werden befähigt, FOCUS künftig in der Leitlinienentwicklung einzusetzen.

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 30

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Der Workshop wird von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Medizinischen Hochschule Brandenburg geleitet. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf methodischen Fragen der Entwicklung medizinischer Leitlinien sowie der Beteiligung von Patient:innen und Bürger:innen.

Interessenkonflikte: Keine