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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
ADAm – Analyse von Dokumenten zur Aufforderung zur medizinischer Weiterversorgung
Text
Hintergrund: Die Akutversorgung steht seit Jahren unter zunehmendem Belastungsdruck. Ein relevanter Anteil der Patienten und Patientinnen (Pat.) wird mit einer vertragsärztlichen Einweisung in der Notaufnahme vorgestellt, jedoch ausschließlich ambulant dort versorgt und nicht stationär aufgenommen. Dies deutet auf mögliche Diskrepanzen zwischen Einweisungsindikation und tatsächlichem Behandlungsbedarf hin und führt zu einer zusätzlichen Beanspruchung begrenzter Ressourcen. Als zentrales Steuerungsinstrument beeinflussen Einweisungen maßgeblich Triage, Diagnostik und Behandlungsprozesse. Die Qualität und Vollständigkeit der übermittelten Informationen können daher Versorgungsabläufe, Effizienz und Patientensicherheit erheblich verbessern. Bislang fehlt eine systematische Analyse der Inhalte schriftlicher Einweisungen sowie möglicher Unterschiede zwischen verschiedenen Zuweisergruppen.
Zielsetzung/Fragestellung: Im Rahmen einer retrospektiven Analyse werden Einweisungs- und Überweisungsscheine sowie ergänzend Rettungsdienstprotokolle von Pat. in 8 bay. Notaufnahmen ausgewertet.
Material & Methoden: Die Zuweisenden werden pseudonymisiert erfasst und anhand struktureller Merkmale (z. B. Facharztgruppe, Versorgungsregion) geclustert. Die Freitextanteile der Einweisungen werden mittels qual. Inhaltsanalyse thematisch kodiert. Analysiert werden u.a. Angaben zu Verdachtsdiagnosen, Vorbefunden, Therapieversuchen sowie Dringlichkeitsangaben. Ergänzend erfolgt eine quantitative Auswertung ausgewählter Merkmale der Informationsdichte und -qualität. Anschließend sollen Fokusgruppen sowohl mit ärztlichen Notaufnahmepersonal als auch mit zuweisenden niedergelassenen Haus- und Fachärzten/-innen durchgeführt werden, um Hintergründe zu verstehen und Erwartungshaltungen zu diskutieren.
Ergebnisse: Zum Zeitpunkt des Kongresses werden erste Ergebnisse zur Struktur und Qualität von Einweisungstexten im klinischen Alltag vorliegen. Diese umfassen die Kategorisierung typischer Einweisungsmuster, Unterschiede zw. Zuweisergruppen sowie Hinweise auf bestehende Informationslücken in der Kommunikation zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.
Diskussion: Die Ergebnisse können dazu beitragen, strukturelle Schwächen in der Schnittstellenkommunikation zu identifizieren und Ansatzpunkte z.B. für standardisierte Einweisungsformate oder Interventionen abzuleiten.
Take Home Message für die Praxis: Die Studien kann einen Beitrag zur Verbesserung der Informationsweitergabe an der Schnittstelle ambulanter/hausärztlicher und stationärer Versorgung damit zu einer effizienteren Patientensteuerung leisten.
Interessenkonflikte: Keine



