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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Nutzung versorgungsnaher Daten für Forschung „aus der Praxis, für die Praxis“ – Methoden, Erfahrungen, Ausblicke

Leonor Heinz - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Koordinierungsstelle für die Initiative Deutscher Forschungspraxennetze DEGAM-ForNet, Deutschland
Patricia Schartau - Universitätsklinikum und Universität Regensburg, Zentrum für Allgemeinmedizin, Regensburg, Deutschland
Johannes Hauswaldt - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland
Konstantin Moser - Medizinische Fakultät Martin-Luther-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Deutschland
Felix Bauch - Medizinische Fakultät Martin-Luther-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Deutschland
Christoph Strumann - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland
Jost Steinhäuser - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland
Hannah Haumann - Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin, Tübingen, Deutschland
Frank Peters-Klimm - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Claudia Salm - Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
Stefanie Joos - Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin, Tübingen, Deutschland
Roland Koch - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Campus Fulda, Marburg, Deutschland

Text

Namen der Moderierenden sowie der Vortragende: Dr. Leonor Heinz, Prof. Patricia Schartau, Dr. Johannes Hauswaldt, Konstantin Moser, Felix Bauch, Dr. Christoph Strumann, Prof. Jost Steinhäuser, Dr. Hannah Haumann, Prof. Frank-Peters Klimm, Dr. Claudia Salm, Prof. Stefanie Joos, Prof. Roland Koch

Hintergrund: Die Bedeutung von Daten, die im Rahmen der Gesundheitsversorgung oder ihrer Administration entstehen und nicht primär für Forschungszwecke erhoben wurden (Routinedaten) nimmt stetig zu, da sie große, longitudinal verfügbare Patientenkollektive abbilden und – insbesondere bei Datenverknüpfung – Patientenpfade über Sektorengrenzen nachvollziehbar machen können. Zugleich treiben neue methodische Ansätze wie Target Trial Emulations die potentielle Nutzung solcher Daten weiter voran, wobei auch spezifische Anforderungen an Datenstruktur und zeitliche Abbildung von Expositionen und Outcomes entstehen. International existieren zahlreiche Initiativen wie z.B. CPRD, die elektronische Patientenakten aus der Primärversorgung systematisch aufarbeiten und für Forschungszwecke nutzen. In den letzten Jahren sind auch in Deutschland Projekte entstanden, welche die Nutzung medizinischer Daten aus ambulanten Praxisverwaltungssystemen zum Ziel haben. Die bislang entstandenen Projekte sind jedoch durch Heterogenität gekennzeichnet, die sich aus föderalen Datenschutzstrukturen, proprietären Praxissoftwaresystemen und fehlender Interoperabilität ergibt. Dies behindert eine Verknüpfung und integrierte Auswertung von Daten der unterschiedlichen Projekte, so dass viele Potentiale ungenutzt bleiben. Eine zentrale Gemeinsamkeit ist, dass die Datenqualität maßgeblich vom dokumentationsbezogenen Erhebungskontext abhängt.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Symposium zielt darauf ab, durch den Austausch zu den unterschiedlichen Herangehensweisen einzelner Projekte zur Extraktion bzw. strukturierter Erfassung ambulanter Routinedaten aus Praxisverwaltungssystemen Gemeinsamkeiten und mögliche Ansätze für die Skalierung und Verbesserung der Routinedatenerhebung im ambulanten Sektor zu erarbeiten. Chancen des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes sowie der Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur und der elektronischen Patientenakte sollen dabei als neue regulatorische und technische Möglichkeiten diskutiert werden.

Diskussionspunkt: Was ist nötig, um Routinedatennutzung “aus der Praxis, für die Praxis” nachhaltig, anwenderorientiert, international anschlussfähig und zielgenau zur Generierung versorgungsrelevanter Evidenz zu gestalten?

Inhalt:

  • Einführung mit internationaler Kontextualisierung (Patricia Schartau, Roland Koch)
  • Vortragsteil (4 Vorträge a 10 min)
  • Podium mit den Vortragenden / Diskussion mit Einbezug des Publikums (Moderation: Leonor Heinz und Roland Koch)

Take Home Message für die Praxis: Die Institute und Abteilungen für Allgemeinmedizin stellen sich der Herausforderung, praktikable und praxisfreundliche Lösungen für die Forschung mit Routinedaten zum Nutzen des hausärztlichen Versorgungsalltags zu entwickeln.

Interessenkonflikte: Keine