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- Sexual- und Verhütungsverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland – aktuelle Daten der repräsentativen Wiederholungsbefragung Jugendsexualität
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Sexual- und Verhütungsverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland – aktuelle Daten der repräsentativen Wiederholungsbefragung Jugendsexualität
Text
Hintergrund: Die repräsentative Wiederholungsbefragung zu Jugendsexualität des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemalige BZgA) liefert seit 1980 ein zuverlässiges empirisches Fundament, um Entwicklungen in der sexuellen und reproduktiven Gesundheit junger Menschen valide zu erfassen. Fortlaufend wird dokumentiert, wie Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren in Deutschland Sexualität erleben, welche Einstellungen sie vertreten, welche Informationsquellen sie nutzen und wie sich ihr Wissen und Verhalten im Laufe der Zeit verändern.
Zielsetzung: Der eingereichte Beitrag fokussiert die Ergebnisse der aktuellen 10. Welle zum Sexual- und Verhütungsverhalten junger Menschen sowie ihrer Sexualaufklärung.
Methodik: Insgesamt nahmen N = 5.855 Jugendliche (14–17 Jahre) und junge Erwachsene (18–25 Jahre) an der Umfrage teil. Die Datenerhebung erfolgte in der ersten Hälfte des Jahres 2025 und wurde mittels der CAPI-Methode (Computer-assisted Personal Interviewing) mit mündlichen und schriftlichen Interviewteilen von geschulten Interviewenden durchgeführt. Datenvergleiche können auf der Grundlage soziodemografischer Merkmale (z.B. Geschlecht, Alter, Bildungsniveau, soziokultureller Hintergrund) vorgenommen werden.
Ergebnisse: Im Vergleich zu früheren Erhebungswellen haben junge Menschen deutlich später ihre ersten sexuellen Kontakte. 2025 gaben 40% der 17-Jährigen an, heterosexuellen Sex gehabt zu haben, gegenüber 61% im Jahr 2019. Erste sexuelle Erfahrungen finden überwiegend in festen Beziehungen und mit sicherer Verhütung statt. Nur 6% der jungen Menschen (14–25 Jahre) haben beim ersten Sex nicht verhütet. Kondome und die Pille sind die am häufigsten verwendeten Verhütungsmethoden. Sexualaufklärung in der Schule hat an Bedeutung gewonnen (2025: 78%, 2019: 69%), wichtige Ansprechpersonen sind Lehrkräfte (2025: 45%, 2019: 36%) und Eltern (2025: 64%, 2019: 56%). Junge Menschen nutzen zudem unterschiedliche Online-Quellen für Informationen im Kontext sexueller und reproduktiver Gesundheit.
Diskussion: Die Daten zeigen, dass junge Menschen in Deutschland verantwortungsvoll, gesundheitsbewusst und selbstbestimmt mit Sexualität und Verhütung umgehen. Dies bestätigt die zentrale Bedeutung der Sexualaufklärung – auch im Hinblick auf die Prävention von Teenagerschwangerschaften. Junge Menschen erweisen sich dabei meist als fähig, die Glaubwürdigkeit der unterschiedlichen Quellen on- und offline einzuschätzen. Angesichts der wachsenden Bedeutung von KI braucht es jedoch weitere Unterstützung bei der Entwicklung von Medienkompetenz.
Interessenkonflikte: Keine



