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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Angehörige im Kontext psychischer Erkrankungen: Dynamiken, Belastungen und Versorgungsbedarfe

Silvia Krumm - Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Leipzig, Deutschland
Simon Götz - Universitätsklinikum Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie., Düsseldorf, Deutschland

Text

Namen der Moderierenden sowie der Vortragende: Silvia Krumm, Simon Götz

Hintergrund: Psychische Erkrankungen sind eng in soziale Beziehungen, familiale Strukturen und Versorgungskontexte eingebettet. Sie betreffen nicht nur die erkrankten Personen, sondern wirken sich maßgeblich auf Angehörige und partnerschaftliche Dynamiken aus. Angehörige übernehmen zentrale Unterstützungs- und Care-Aufgaben und tragen wesentlich zur Alltagsbewältigung sowie Stabilisierung von Krankheitsverläufen bei. Gleichzeitig sind Angehörige psychosozialen Belastungen, gesundheitlichen Risiken und strukturellen Herausforderungen bei der Nutzung von Unterstützungsangeboten ausgesetzt (Cham et al. 2022). Trotz ihrer zentralen Rolle ist die systematische Einbindung und Unterstützung von Angehörigen in der Versorgung psychischer Erkrankungen bislang unzureichend umgesetzt (Yesufu-Udechuku et al. 2016).

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Symposiums ist die Analyse von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen als relevante Akteur:innen im Gesundheits- und Versorgungssystem aus medizinsoziologischer Perspektive. Folgende Fragen stehen dabei im Zentrum: 1.) Wie gestalten sich Belastungs- und Bewältigungsprozesse bei Angehörigen? 2.) Welche dyadischen Interaktions- und Aushandlungsprozesse prägen partnerschaftliche Beziehungen im Krankheitskontext? 3.) Wie lässt sich die Beteiligung von Angehörigen systematisch in psychiatrische und psychosoziale Versorgungsstrukturen integrieren?

Diskussionspunkt: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie informelle Versorgung durch Angehörige systematisch in medizinische und psychosoziale Versorgungskonzepte integriert werden kann, ohne soziale Ungleichheiten zu verstärken. Zudem wird diskutiert, welche Anforderungen sich für Versorgungssysteme ergeben, um Angehörige nachhaltig zu entlasten und ihre Rolle angemessen zu berücksichtigen.

Inhalt: Das Symposium bündelt empirische Arbeiten zur Rolle von Angehörigen im Kontext psychischer Erkrankungen. Thematisiert werden informelle Care-Arbeit, familiale Rollenverteilungen und Aushandlungsprozesse sowie psychosoziale Belastungen und gesundheitliche Folgen. Analysiert werden zudem strukturelle Bedingungen der Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten sowie Schnittstellen zwischen informeller und formeller Versorgung.

Take Home Message für die Praxis:

  • Angehörige sind zentrale Akteur:innen in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen
  • Informelle Care-Arbeit ist sozial ungleich verteilt und mit gesundheitlichen Risiken verbunden
  • Versorgungsangebote sollten Angehörige systematisch einbeziehen

Interessenkonflikte: Keine