Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Arbeitsbezogene Risiko- und Schutzfaktoren für den Stress von Müttern beim beruflichen Wiedereinstieg nach der Geburt

Miriam Engels-Langguth - Open Universiteit, Work and Organisational Psychology, Niederlande
Elissa El Khawli - Open Universiteit, Work and Organisational Psychology, Niederlande
Madelon L. M. van Hooff - Open Universiteit, Work and Organisational Psychology, Niederlande
Ana Okorn - Radbound University, Behavioural Science Institute, Niederlande
Roseriet Beijers - Radbound University, Behavioural Science Institute, Niederlande; Radboud University Medical Center, Donders Institute, Niederlande

Text

Hintergrund: Mütter stehen bei der Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit vor vielfältigen Herausforderungen. Der sogenannte Wiedereinstiegsstress nach der Geburt (Postpartum Work Resumption Stress, PWRS) äußert sich u. a. in Rollenüberlastung/Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Schuldgefühlen gegenüber dem Kind sowie einem geringen Erleben von Bereicherung durch die Arbeit. Auf Basis von Stress- und Anpassungstheorien ist anzunehmen, dass PWRS zunächst hoch ist und mit der Zeit nach dem Wiedereinstieg abnimmt. Allerdings ist von individuellen Unterschieden auszugehen, die u. a. durch Arbeitsbedingungen beeinflusst sein könnten. Bisher ist die Heterogenität dieser Verläufe kaum untersucht.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, unterschiedliche Verlaufsformen von PWRS zu identifizieren und zu prüfen, inwiefern Arbeitsbedingungen mit den unterschiedlichen Verläufen zusammen hängen.

Material & Methoden: Es wurden Längsschnittdaten von 346 Müttern in Elternzeit erhoben. PWRS wurde zwei Wochen vor dem Wiedereinstieg, in Arbeitswoche 1,2 und 6 danach, sowie nach drei und sechs Monaten gemessen. Zur Identifikation von Subgruppen wurde Growth Mixture Modelling (GMM) eingesetzt. Drei Indikatoren dienten der Bestimmung der Verläufe: Work-Life-Imbalance, kindbezogene Sorgen und mangelnde Arbeitsbereicherung. Anschließend wurde untersucht, wie Arbeitsmerkmale (Arbeitsplatzunsicherheit, Arbeitsbelastung, Handlungsspielraum, soziale Unterstützung, Flexibilität) diese Verläufe vorhersagen.

Ergebnisse: Es wird erwartet, dass der häufigste Verlauf durch anfänglich hohen Stress mit anschließender Abnahme gekennzeichnet ist. Weitere erwartete Muster sind persistierend hohe Stressniveaus sowie durchgehend niedrige Belastung. Subgruppen können sich zudem hinsichtlich der dominierenden Stressdimension unterscheiden. Die genauen Ergebnisse werden zum Zeitpunkt des Kongresses vorliegen.

Diskussion: Die Studie liefert Einblicke in die Vielfalt der Anpassungsprozesse beim beruflichen Wiedereinstieg von Müttern. Sie zeigt außerdem auf, welche Arbeitsbedingungen eine zentrale Rolle für den Verlauf von Wiedereinstiegsstress spielen und Ansatzpunkte für organisationale Interventionen bieten.

Take Home Message für die Praxis: Die Studie zeigt Arbeitgebern auf, über welche arbeitsbezogenen Faktoren Mütter beim Wiedereinstieg nach der Geburt potenziell entlastet werden können. Sie liefert damit Ansatzpunkte, um Arbeitsbedingungen gezielt so zu gestalten, dass der Übergang in den Beruf besser unterstützt wird.

Interessenkonflikte: Keine