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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Soziale Inklusion aus sonderpädagogischer Perspektive – Implikationen für die gesundheitliche Ungleichheitsforschung
Text
Inhalt: Mit der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist der Anspruch verbunden, allen Lernenden im Kontext schulischer Bildung von Beginn an Teilhabe zu ermöglichen. Ein weites Inklusionsverständnis impliziert dabei, dass Bildungsprozesse alle Lernenden gleichermaßen adressieren, ihre Ressourcen und Potenziale aufgreifen und sie auf eine aktive gesellschaftliche Partizipation vorbereiten. Teilhabe umfasst in diesem Sinne sowohl die gesellschaftliche als auch die soziale Ebene und zielt auf die gleichberechtigte Einbindung aller Lernenden.
Die gegenwärtige Bildungssituation ist jedoch weiterhin durch systematische Ungleichheiten zwischen Lernenden mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gekennzeichnet. Insbesondere Lernende mit einem Unterstützungsbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung – etwa mit externalisierenden oder internalisierenden Verhaltensweisen – stehen im Spannungsfeld dieser Zielsetzungen vor besonderen Herausforderungen. Empirische Befunde zeigen, dass diese Gruppe in besonderem Maße Exklusionsrisiken ausgesetzt ist, die sich langfristig auf Bildungsbiografien, soziale und gesellschaftliche Teilhabe sowie auf die gesundheitliche Lage im Lebensverlauf auswirken können. Hinzu kommen Stigmatisierungsprozesse, die inklusive Bildungsprozesse erschweren oder teilweise verhindern. Diese entstehen sowohl in der Interaktion zwischen Lernenden als auch im Verhältnis zwischen Lernenden und Lehrkräften.
Der Beitrag diskutiert vor diesem Hintergrund das Potenzial sonderpädagogischer Förderung im inklusiven Setting als Schnittstelle zwischen Bildungs- und Gesundheitsforschung. Im Zentrum stehen bindungsorientierte Ansätze sowie die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen im Sinne von Social and Emotional Learning (SEL) als zentrale Wirkfaktoren für schulische Integration, psychosoziale Stabilisierung und langfristige Teilhabechancen. Schule wird dabei als sozialer Raum verstanden, der – bei entsprechender professioneller Gestaltung – kompensatorische Funktionen im Hinblick auf ungleiche Entwicklungs- und Gesundheitsbedingungen übernehmen kann.
Aus dieser Perspektive werden Implikationen für eine interdisziplinär ausgerichtete Forschung zu gesundheitlichen Ungleichheiten abgeleitet, die sonderpädagogische Expertise systematisch einbezieht und schulische Inklusion als gesundheitsrelevanten Kontext begreift.
Interessenkonflikte: Keine



