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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Erfahrungen und Einstellungen von Weiterbildungsbefugten der Allgemeinmedizin zu generativer Künstlicher Intelligenz in der Primärversorgung in Deutschland – eine Online-Mixed-Methods-Studie
Text
Hintergrund: Mit der zunehmenden Verbreitung von Large-Language-Modellen rückt deren Einsatz in der Primärversorgung in den Fokus. Künstliche Intelligenz (KI) könnte Effizienz und Versorgungsqualität steigern und die hausärztliche Tätigkeit nachhaltig verändern.
Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung der Nutzung von KI im Alltag von Weiterbildungsbefugten (WBB) in der Allgemeinmedizin, ihrer Einstellungen sowie ihrer Einschätzung zu Auswirkungen auf die Versorgung und die ärztliche Weiterbildung.
Material & Methoden: Alle registrierten WBB im Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg (KWBW) wurden 2025 zu einer Online-Befragung eingeladen. Der Fragebogen umfasste 52 Items zu Soziodemografie, KI-Nutzung, Einstellungen sowie Lehrerfahrungen und enthielt Freitextfragen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv, Freitexte wurden semiquantitativ analysiert.
Ergebnisse: Insgesamt nahmen 137 WB teil (Rücklauf 12%), 55% männlich, 45% weiblich, mittleres Alter 50 Jahre. 75% berichteten über eine überwiegend digitalisierte Praxis. KI wurde häufig privat (64%) und seltener beruflich (34%) genutzt; 43% nutzten KI täglich oder mehrmals wöchentlich. Etwa die Hälfte setzte KI für Differenzialdiagnosen und/oder Therapieempfehlungen ein, ein Viertel für Dokumentation.
91% erwarteten eine Effizienzsteigerung im Gesundheitssystem durch KI. 67% beobachteten, dass Patient:innen zunehmend KI vor Arztkontakten nutzen und 82% nahmen eine Zunahme von Verunsicherung durch KI-generierte Informationen wahr. Ein Drittel thematisierte KI aktiv in der Weiterbildung, vor allem hinsichtlich Anwendung und kritischer Bewertung. 75% befürworteten die Integration von KI-Kompetenzen in Curricula.
Diskussion: WBB nutzen KI bereits im klinischen Alltag und erwarten weitere Effizienzgewinne, sehen jedoch auch Herausforderungen im Umgang mit informierten und verunsicherten Patient:innen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, zukünftige Hausärzt:innen auf einen kompetenten und reflektierten Umgang mit KI vorzubereiten.
Take Home Message für die Praxis: KI gewinnt in der Primärversorgung an Bedeutung. Die Integration von KI-Kompetenz in die allgemeinmedizinische Weiterbildung wird von WBB klar befürwortet und erscheint essenziell. Auch Train-the-Trainer Seminare für WBB sollten die Entwicklung von KI-Kompetenz thematisch integrieren.
Interessenkonflikte: Alle Autor:innen sind entweder Fachärzt:innen für Allgemeinmedizin oder Ärzt:innen in Weiterbildung für Allgemeinmedizin.



