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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Systematisches Vorhofflimmern-Screening bei älteren Patient:innen in der Hausarztpraxis – Vorstellung der geplanten, randomisiert-kontrollierten Studie „TARGET-AF“

Eva Maria Noack - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland
Tanja Albrecht-Nock - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland
Simone Kiel - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Abteilung Allgemeinmedizin, Greifswald, Deutschland
Jean-François Chenot - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Abteilung Allgemeinmedizin, Greifswald, Deutschland
Gabriella Marx-Rosenberg - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
Martin Scherer - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
Kambiz Afshar - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Nils Schneider - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Michael Freitag - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften Department für Versorgungsforschung, Abteilung Allgemeinmedizin, Oldenburg, Deutschland
Imke Aits - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften Department für Versorgungsforschung, Abteilung Allgemeinmedizin, Oldenburg, Deutschland
Ralf Jendyk - Universitätsmedizin Rostock, Institut für Allgemeinmedizin, Rostock, Deutschland
Rolf Wachter - Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Leipzig, Deutschland
Tim Friede - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik, Göttingen, Deutschland
Marius Placzek - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik, Göttingen, Deutschland
Sara Yasemin Nußbeck - Universitätsmedizin Göttingen, Zentrale Biobank, Göttingen, Deutschland
Eva Hummers - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland

Text

Hintergrund: Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und betrifft bis zu 17,8% der Menschen ab 85 Jahren. VHF ist ein zentraler, jedoch oft unerkannter Risikofaktor für Schlaganfälle – eine der führenden Todesursachen und dritthäufigste Ursache für den Verlust gesunder Lebensjahre. Da viele Betroffene an paroxysmalem VHF leiden, wird die tatsächliche Prävalenz höher geschätzt. Durch orale Antikoagulation lässt sich das Schlaganfallrisiko erheblich senken – vorausgesetzt, das VHF wird rechtzeitig erkannt. Bisherige Screening-Ansätze in unselektierten Populationen zeigten eine geringe Effizienz. Eine evidenzbasierte Strategie für die Primärversorgung fehlt bislang.

Zielsetzung/Fragestellung: Führt ein strukturiertes, wiederholtes Langzeit-EKG-Screening über 36 Monate zu einer signifikant höheren VHF-Detektionsrate (VHF >30 sec) bei Patient:innen ≥70 Jahre mit Hypertonie im Vergleich zur Regelversorgung? Welchen prädiktiven Wert haben Biomarker, supraventrikuläre Extrasystolie und etablierte kardiovaskuläre Risikofaktoren – einzeln und in Kombination – für die Risikostratifizierung?

Diskussionspunkt: Ein risikoadaptiertes Screening könnte die Effizienz der VHF-Früherkennung in der Hausarztpraxis deutlich verbessern und gleichzeitig kosteneffektiv gestalten. Die Kombination aus validierten Biomarkern und Langzeit-EKG könnte eine gezielte Patientenselektion ermöglichen und die Grundlage für eine neue, risikoadaptierte Screeningstrategie in der Primärversorgung bilden.

Inhalt: In einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) im Forschungspraxennetz Nord (FoPraNet-Nord) sollen hausärztliche Patient:innen ≥70 Jahre mit Hypertonie, ohne VHF und ohne Antikoagulation eingeschlossen werden. Bei Einschluss erfolgt eine Blutentnahme (NT-proBNP, CDT, TSH, Kreatinin) und ein 24h-EKG. Die Interventionsgruppe erhält 7-Tage-Langzeit-EKGs zu M0, M3, M12, M24 und M36, die Kontrollgruppe Standardversorgung. Alle Teilnehmenden werden zu M0, M3, M12, M24 und M36 telefonisch zu Gesundheit und Lebensqualität befragt. Primärer Endpunkt ist die VHF-Neudiagnose innerhalb von 36 Monaten.

Take Home Message für die Praxis: Ältere Patient:innen mit Hypertonie sind eine Hochrisikogruppe für VHF. Ein strukturiertes, risikoadaptiertes Screening in der Hausarztpraxis bietet die Chance, VHF früher zu erkennen – und Schlaganfälle zu verhindern, bevor sie entstehen.

Interessenkonflikte: Keine