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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
CHOICE – Perspektiven auf die Entscheidungsfindung: Interviewstudie zu und mit älteren Nieren-Patient:innen
Text
Hintergrund: Ein Großteil der Patient:innen mit chronischer Nierenerkrankung im fortgeschrittenen Stadium (chronic kidney disease, CKD-5) ist mindestens 70 Jahre alt. Bei dieser Patientengruppe wird bisher in Deutschland die Dialyse als Standardtherapie durchgeführt. Aktuelle Studien deuten allerdings darauf hin, dass besonders bei hochaltrigen, multimorbiden Patient:innen die Dialyse nicht zwangsläufig die Lebenserwartung und Lebensqualität verbessert. In solchen Fällen kann eine konservative, dialysefreie Behandlung (conservative kidney management, CKM) eine adäquate Option darstellen. Diese wird jedoch kaum in Anspruch genommen und die Betroffenen fühlen sich in den Entscheidungsprozess zu Behandlungsoptionen häufig nicht ausreichend einbezogen.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Forschungsprojekts CHOICE ist es, (1) die Versorgungsbedarfe älterer ambulant versorgter Patient:innen mit CKD-5 hinsichtlich der Wahl ihres Behandlungspfades zu erheben, (2) darauf aufbauend eine Entscheidungshilfe zu entwickeln und diese (3) im Rahmen einer Pilotstudie auf Machbarkeit zu prüfen.
Material & Methoden: In Modul 1 werden zur Erfassung relevanter Perspektiven qualitative leitfadengestützte Interviews mit Patient:innen, Angehörigen, Mediziner:innen, Pflegefachpersonen und Vertreter:innen von Kostenträgern geführt. Als theoretische Rahmung dient das integrative Modell der Patientenzentrierung (Scholl et al. 2014, in: PLoS ONE 9(9)).
Ergebnisse: Es wird eine multiperspektivische Darstellung der aktuellen Versorgungssituation von älteren Patient:innen mit fortgeschrittener Nierenerkrankung hinsichtlich Information, Aufklärung und Entscheidungsfindung erwartet. Dies dient als Grundlage für die Entwicklung einer patientenzentrierten Entscheidungshilfe.
Diskussion: Die Interviewstudie zeigt Perspektiven zur Verbesserung der Entscheidungsfindung zwischen Behandlungsteam und Betroffenen auf, um insbesondere auch vulnerable Patientengruppen in den Entscheidungsprozess besser einzubeziehen.
Take Home Message für die Praxis: Um die gemeinsame Entscheidungsfindung zu verbessern, müssen sowohl patient:innen- als auch behandler:innenseitige Bedarfe hinsichtlich Aufklärung und Information adressiert werden.
Interessenkonflikte: Prof. Dr. Christian Apfelbacher, PhD: Vorstandsmitglied der DGSMP, Mitglied im Tagungspräsidium
Prof. Dr. Elke Schäffner, MSc: Vorstandsmitglied Dt. Gesellschaft für Nephrologie



