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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Erleben und Reflektieren von Schönheits- und Körperidealen auf TikTok und Instagram: eine qualitative Untersuchung junger Frauen in Bezug auf ihr eigenes Körperbild
Text
Hintergrund: Auf visuellen Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram sind idealisierte Schönheitsideale allgegenwärtig. Die wiederholte Konfrontation mit solchen Darstellungen kann bei jungen Frauen, die sich in einer vulnerablen Phase ihrer Körperbildentwicklung befinden, zur Internalisierung dieser Ideale führen. Ihre reflexiven Prozesse im Umgang damit sind bislang kaum erforscht.
Zielsetzung/Fragestellung: Diese Studie untersucht, wie junge Frauen die Darstellung von Schönheits- und Körperidealen auf TikTok und Instagram erleben und in Bezug auf ihr eigenes Körperbild reflektieren.
Material & Methoden: Im April 2025 wurden acht leitfadengestützte Interviews mit Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren durchgeführt, die täglich mindestens eine Stunde TikTok/ Instagram nutzten. Die Interviews integrierten exemplarisch konsumierte Beiträge der Befragten. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker.
Ergebnisse: Schönheits- und Körperideale wurden als omnipräsent und teilweise belastend wahrgenommen. Soziale Vergleichsprozesse mit Influencerinnen führten zu Unzufriedenheit und beeinflussten den Umgang mit ihrem Körper. Gleichzeitig hatten die jungen Frauen eine ausgeprägte Social-Media-Kompetenz und erkannten Inszenierungen sowie algorithmische Steuerungen. Diese Erkenntnisse konnten sie jedoch im Nutzungskontext nur eingeschränkt auf sich selbst übertragen, um sich vor emotionalen Belastungen zu schützen. Als individuelle Schutzfaktoren entwickelten sie Peer-Support und einen selbstfürsorglichen Umgang mit dem Körper.
Diskussion: Die Studie zeigt die Diskrepanz zwischen der kognitiven Reflexionsfähigkeit und der emotionalen Vulnerabilität junger Frauen im Umgang mit Social-Media-Inhalten, da das Wissen um Algorithmen und Inszenierungen bei den Befragten nicht die negativen Auswirkungen sozialer Vergleiche auf das eigene Körperbild verhindert. Daher sollten wirksame Präventionsstrategien über die reine Vermittlung von Medienkompetenz hinausgehen, bspw. durch die Kombination von Aufklärung mit Ansätzen zur Stärkung der Körperakzeptanz und der Förderung schützender sozialer Ressourcen im direkten Lebensumfeld.
Take Home Message für die Praxis: Medienkompetenz allein reicht nicht aus, um das Körperbild junger Frauen zu schützen. Wirksame Unterstützung muss zusätzlich die emotionale Verarbeitung der Inhalte adressieren und soziale Schutzfaktoren wie Peer-Support einbeziehen.
Interessenkonflikte: Keine



