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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Partizipative Entwicklung KI-basierter intelligenter Implantate: Einbezug eines Patient:innenbeirats im Kontext muskuloskelettaler Erkrankungen
Text
Hintergrund: Muskuloskelettale Erkrankungen zählen zu den häufigsten Volkskrankheiten im Alter und gehen mit chronischen Schmerzen, funktionellen Einschränkungen und reduzierter Lebensqualität einher. Intelligente Implantate bieten Potenziale für eine individualisierte Versorgung, sind jedoch meistens komplex und mit Vorbehalten seitens der Patient:innen belegt. Die frühzeitige und systematische Einbindung von Beroffenen in Forschungs- und Entwicklungsprozesse gewinnt zunehmend an Bedeutung, um Bedarfe zu erkennen und die Akzeptanz innovativer Versorgungsansätze zu fördern. Bisher ist eine systematische Patient:innenbeteiligung in der Medizintechnologieentwicklung wenig etabliert.
Zielsetzung/Fragestellung: Die Darstellung der initialen Umsetzung partizipativer Beiratsarbeit im Projekt SmILE (Smart Implants of Life Enrichment).
Material & Methoden: Die Etablierung des Beirats erfolgte in einem mehrstufigen Vorgehen, bestehend aus der Definition von Zielen und Beteiligungsstruktur, einer gezielten Rekrutierung über klinische, zivilgesellschaftliche und niedrigschwellige Zugänge sowie strukturierten Vorgesprächen mit Interessierten.
Ergebnisse: Die Implementierung eines Patient:innenbeirats wurde mit 43 rekrutierten Mitgliedern erfolgreich umgesetzt. Dem Ansatz liegt ein Partizipationsverständnis zugrunde, das Patient:innen als aktiv Mitgestaltende mit realer Mitbestimmung in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse versteht. Entsprechend wurden die Beiratsmitglieder in die Konzeption von Beteiligungsformaten und inhaltlichen Schwerpunkten einbezogen. In ko-kreativen Prozessen identifizierten sie zentrale Beteiligungsbereiche, darunter qualitative und quantitative Forschung, Evidenzsynthesen, ethische Fragestellungen und Öffentlichkeitsarbeit. Als zentrale Handlungsfelder wurden Benutzerfreundlichkeit der geplanten Anwendung und verständliche Vermittlung technischer Inhalte identifiziert. Darauf aufbauend werden u.a. eine partizipative Usability-Studie und die ko-kreative Entwicklung von Aufklärungsmaterial zu KI-Anwendungen in die Forschungsagenda integriert.
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass partizipative Beiratsarbeit bereits in der Initialphase dazu beiträgt, Forschungsprioritäten an patient:innenrelevanten Bedarfen auszurichten. Gleichzeitig erfordert ihre Umsetzung gezielte strukturelle und methodische Anpassungen im Forschungsprozess.
Take Home Message für die Praxis: Patient:innenbeiräte erhöhen die Relevanz und nutzendenorientierung von Forschungsergebnissen und stellen ein übertragbares Modell zur Etablierung partizipativ ausgerichteter Forschungsstrukturen dar.
Interessenkonflikte: Keine



