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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Abbau von Rassismus in der stationären Gesundheitsversorgung. die Perspektive von Leitungskräften und Fachexpert:innen

Regina Brunnett - Hochschule Fulda, Gesundheitswissenschaften, Fulda, Deutschland
Tugba Aksakal - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Versorgungsforschung, Witten, Deutschland
Leman Bilgic - Alice Salomon Hochschule, Deutschland
Sibille Merz - Alice Salomon Hochschule, Deutschland
Ksenia Meshkova - Hochschule Fulda, Gesundheitswissenschaften, Fulda, Deutschland
Patrick Brzoska - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Versorgungsforschung, Witten, Deutschland
Hürrem Tezcan-Güntekin - Alice Salomon Hochschule, Deutschland
Yüce Yilmaz-Aslan - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Versorgungsforschung, Witten, Deutschland

Text

Hintergrund: Das Vorkommen von Rassismus in der Gesundheitsversorgung ist für verschiedene europäische Länder gut belegt, ebenso wie negative Auswirkungen auf die Qualität der Gesundheitsversorgung für rassifizierte Menschen. Es liegen in Deutschland inzwischen empirische Erkenntnisse über die Ausprägung von Rassismus in Krankenhäusern vor. Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie die Einrichtungen mit Rassismus umgehen und ihn adressieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Im Rahmen des vom BMFTR geförderten Verbundprojektes RIGEV – Rassismen in der Gesundheitsversorgung wurde der Frage nachgegangen, wie Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen mit rassistischen Diskriminierungen umgehen und wie der Abbau von Rassismus initiiert und umgesetzt werden kann.

Material & Methoden: Zugrunde liegen 12 qualitativ-reflexive Expert:inneninterviews mit Leitungskräften in Organisationen der stationären Gesundheitsversorgung sowie 6 problemzentrierte Interviews mit langjährig erfahrenen Fachexpert:innen. Die Auswertung erfolgte mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2022). Ergänzend wurden Ergebnisse eines qualitativen Online-Surveys in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen (n=344) herangezogen.

Ergebnisse: Rassismus gegen Patient:innen und Mitarbeitenden kommt in nahezu allen Einrichtungen vor, wird jedoch innerhalb von Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen in unterschiedlicher Weise thematisiert und adressiert. Es liegt eine Vielzahl von Maßnahmen vor, die vereinzelt mit fundierten Konzepten und systematischen Vorgehensweisen verknüpft sind. Offenheit, gutes Hintergrundwissen und ein klares Bekenntnis der Organisation gegen Rassismus sind notwendige Bedingungen um Veränderungen in den Einrichtungen anzustoßen.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass es bedeutsam ist, über die probaten Ansätze von Schulung und Weiterbildung hinauszugehen: Organisationale Veränderungen zum Abbau von Rassismus bedürfen qualifizierter Personen, Handlungskompetenzen und eines systematischen Vorgehens.

Take Home Message für die Praxis: Der Abbau von Rassismen in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung ist erforderlich um die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern. Hierzu bedarf es struktureller Veränderungen in den Organisationen.

Interessenkonflikte: Keine