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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Ein Fallbeispiel zum Stakeholder-Involvement: Erfahrungen mit qualitativen Surveys im Rahmen eines Health Technology Assessments

Jule Anna Pleyer - Austrian Institute for Health Technology Assessment, Public Health and Complex Interventions, Österreich
Lena Malin Grabenhofer - Austrian Institute for Health Technology Assessment, Public Health and Complex Interventions, Österreich
Viktoria Hofer - Austrian Institute for Health Technology Assessment, Public Health and Complex Interventions, Österreich
Naomi Linton-Romir - Austrian Institute for Health Technology Assessment, Public Health and Complex Interventions, Österreich
Aline Dragosits - Austrian Institute for Health Technology Assessment, Public Health and Complex Interventions, Österreich
Ingrid Zechmeister-Koss - Austrian Institute for Health Technology Assessment, Public Health and Complex Interventions, Österreich

Text

Hintergrund: Die Einbindung von Stakeholdern wird zunehmend als wesentlicher Bestandteil von Health Technology Assessments (HTA) anerkannt. Das EUnetHTA Core Model betont deren Bedeutung, liefert jedoch keine methodische Anleitung zur Durchführung qualitativer Erhebungen. Praktisch umsetzbare Methoden für zeitlich limitierte, wissenschaftliche Politikberatung fehlen. Im Rahmen eines HTA zur österreichischen Vorsorgeuntersuchung wurden Ärzt:innen zur Implementierbarkeit evidenzbasierter Lebensstilberatungen befragt.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, Erfahrungen mit einem qualitativen Survey im Rahmen eines österreichischen HTAs darzulegen und dessen Praktikabilität für das Stakeholder-Involvement in der evidenzbasierten Politikberatung zu diskutieren.

Material & Methoden: Aufbauend auf einem Umbrella-Review zu Kurzinterventionen zu Bewegung, Ernährung und Alkoholkonsum wurde ein strukturierter Fragebogen entwickelt. Mittels offener Fragen wurden Implementierungsanforderungen und -barrieren evidenzbasierter Kurzinterventionen aus Sicht österreichischer Ärzt:innen erhoben (73 kontaktierte Einrichtungen). Die Auswertung erfolgte mittels deduktiv-induktiver Inhaltsanalyse und kategorienbasierter narrativer Synthese.

Ergebnisse: 14 Rückläufe aus 6 Bundesländern und unterschiedlichen Vorsorgeeinrichtungen lieferten Einschätzungen aus verschiedenen Regionen und Kontexten. 231 codierte Segmente zu Bedarfen, Herausforderungen und spezifischen Barrieren der Bewegungs- und Ernährungsberatung lieferten einen Überblick zur Umsetzbarkeit. Praxistaugliche Empfehlungen konnten abgeleitet werden. So zeigte sich etwa, dass evidenzbasierte Ernährungsinterventionen Praxen überfordern und risikobasierte Überweisungspfade zu Diätolog:innen zielführender sind.

Diskussion: Strukturierte qualitative Fragebögen sind gegenüber semi-strukturierten Leitfadenerhebungen (z. B. Interviews, Fokusgruppen) in Tiefe und Umfang limitiert. Angesichts der schwer erreichbaren Zielgruppe war die Rücklaufrate bemerkenswert. Trotz begrenzter Projektzeit lieferte die Methode relevante Erkenntnisse zur Implementierbarkeit.

Take Home Message für die Praxis: Qualitative Surveys stellen eine effiziente Methode zum Stakeholder-Involvement in HTAs dar. Sie ermöglichen praxisnahe Einblicke in die Umsetzbarkeit evidenzbasierter Erkenntnisse und können einen wertvollen Beitrag zur Entscheidungsfindung in der wissenschaftlichen Politikberatung leisten.

Interessenkonflikte: Keine