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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Katastrophenspezifische Bildungsbedarfe von Pflegefachpersonen im Bereich Mental Health
Text
Hintergrund: Pflegefachpersonen nehmen in Krisen und Katastrophen verschiedene Rollen ein, die neben klinischer Versorgung auch psychosoziale Unterstützung beinhalten [1]. Während sie psychisch beanspruchte Patient:innen sowie Zugehörige unterstützen, sind sie zugleich selbst psychisch belastet [2]. Eine angemessene Vorbereitung auf Aspekte von Mental Health in Katastrophen scheint eine Möglichkeit zu sein, sowohl bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten als auch angemessen mit eigener psychischer Beanspruchung umzugehen. Vor diesem Hintergrund gehören Aspekte psychosozialer Unterstützung für Patient:innen und Zugehörige sowie Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der eigenen psychischen Gesundheit auch zu den Empfehlungen zur Stärkung katastrophenbezogener Kompetenzen für Pflegende [3]. Studienergebnisse verweisen darauf, dass hier ein hoher Schulungsbedarf besteht [4]. Dabei wurde bisher nicht dezidiert erarbeitet, welche Inhalte konkret im Themenfeld vermittelt werden sollen.
Zielsetzung/Fragestellung: Diese Forschungslücke greift die qual. Interviewstudie im Rahmen des Projektes „Disaster Literacy/Disaster Preparedness (LSA-DiLiP) ausgewählter Gesundheitsberufe und Akteure im Gesundheitswesen“ (Fördernummer: ZS/2023/11/181953) auf. Ziel war es, Subkompetenzen, Schulungsinhalte und -methoden im Feld der psychosozialen Unterstützung und des Erhalts der psychischen Gesundheit Pflegender bei Katastrophen zu erfassen.
Material & Methoden: Von 12/2025-04/2026 wurden 12 leitfadengestützte Experteninterviews durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Befragt wurden u.a. Pflegende mit Katastrophenerfahrung, Experten der Katastrophenforschung und psychosozialen Notfallversorgung sowie Personen aus Behörden u. Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.
Ergebnisse: Im Bereich psychosoziale Unterstützung für Patient:innen und Zugehörige konnten Subkategorien für notwendiges Wissen (z.B. Kommunikation) und Trainingsempfehlungen gebildet werden, die sich u.a. auf die Vermittlung in Simulationsübungen beziehen. Im Bereich Schutz und Erhalt psychischer Gesundheit von Pflegenden wurden u.a. Subkategorien bzgl. eigener Betroffenheit und der Inanspruchnahme von Hilfen gebildet. Die Ergebnisse stellen eine vorläufige Synthese dar.
Diskussion: Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für die curriculare Verankerung von Inhalten zu psychosozialen Bedarfen von Patient:innen in Katastrophen und zum Schutz der psychischen Gesundheit in der Pflegebildung.
Take Home Message für die Praxis: Bildung in Bezug auf Mental Health in Katastrophen stellt einen relevanten Bereich in der Pflege dar
Interessenkonflikte: Keine



