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- Verkehrsunfälle in Deutschland – Auswertungen aus der repräsentativen Befragung „Gesundheit in Deutschland 2024“ (RKI-Gesundheitspanel)
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Verkehrsunfälle in Deutschland – Auswertungen aus der repräsentativen Befragung „Gesundheit in Deutschland 2024“ (RKI-Gesundheitspanel)
Text
Hintergrund: Im Jahr 2024 starben täglich acht Menschen im Straßenverkehr, fast 1.000 wurden verletzt. Trotz rückläufiger Zahlen bleibt die Public-Health-Relevanz hoch. Die amtliche Statistik erfasst jedoch nur polizeilich registrierte Unfälle; ein erheblicher Teil, etwa Alleinunfälle mit dem Fahrrad, bleibt unberücksichtigt. Surveydaten können dieses Dunkelfeld beleuchten.
Zielsetzung/Fragestellung: Darstellung der Prävalenz von Unfallverletzungen im Verkehr, sowie Beschreibung von Verkehrsbeteiligung, Folgen und betroffenen Gruppen nach Alter und Geschlecht.
Material & Methoden: Analysiert wurden Daten der bundesweiten Studie „Gesundheit in Deutschland 2024“ (RKI-Gesundheitspanel; Erhebung: 30.05.2024–06.01.2025; online/papierbasiert). 27.020 Personen ab 18 Jahren beantworteten die Fragen des Unfallmoduls. Erfasst wurden unfallbedingte Verletzungen mit ärztlicher Behandlung in den letzten 12 Monaten. Gewichtungen nach Alter, Geschlecht, Bildung und Region wurden vorgenommen. Gewichtete Prävalenzen mit 95%-KI wurden berechnet und das komplexe Stichprobendesign berücksichtigt.
Ergebnisse: 10% der Befragten berichteten mindestens eine behandlungsbedürftige Unfallverletzung. Bei einem Viertel ereignete sich der letzte Unfall im Verkehr. Dort waren Verunfallte überwiegend zu Fuß unterwegs (58% Frauen, 32% Männer; signifikanter Unterschied). Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Fußgängerunfälle auf etwa 70%. Es folgen Fahrradunfälle (24% bei Frauen, 35% bei Männern) und Unfälle mit motorisierten Fahrzeugen (9% bzw. 17%). Nur 15% der Unfälle wurden polizeilich erfasst. Bei Männern unter 45 Jahren wurde etwa jeder vierte Unfall registriert. Polizeilich erfasste Unfälle zogen häufiger eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nach sich (38% vs. 17%).
Diskussion: Die Ergebnisse weisen auf eine deutliche Untererfassung von Verkehrsunfällen in der amtlichen Statistik hin. Gleichzeitig zeigen die stationären Behandlungsraten, dass auch nicht erfasste Unfälle relevante gesundheitliche Folgen haben. Surveydaten ergänzen somit etablierte Datenquellen und ermöglichen eine differenzierte Beschreibung des Unfallgeschehens.
Take Home Message für die Praxis: Hochgerechnet erleiden jährlich mindestens 1,4 Mio. Menschen in Deutschland behandlungsbedürftige Verletzungen bei einem Unfall im Verkehr (ohne Polizei). Prävention sollte daher über den klassischen Straßenverkehr hinausgehen und z. B. eine sichere Infrastruktur für Fußgänger:innen und für sportliche Aktivitäten einschließen.
Interessenkonflikte: Keine



