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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Partizipation in der allgemeinmedizinischen Forschung: Aufbau und erste Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungsbeirats aus Hausärzt:innen, MFA und Patient:innen in der Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Sabine Weißbach - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin (AM RUB), Bochum, Deutschland; Hausärztliches Forschungspraxennetz HAFO.NRW, Deutschland
Susanne Kersten - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland; Hausärztliches Forschungspraxennetz HAFO.NRW, Deutschland
Christine Kersting - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland; Hausärztliches Forschungspraxennetz HAFO.NRW, Deutschland
Annika Kappernagel - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin (AM RUB), Bochum, Deutschland; Hausärztliches Forschungspraxennetz HAFO.NRW, Deutschland
Horst Christian Vollmar - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin (AM RUB), Bochum, Deutschland; Hausärztliches Forschungspraxennetz HAFO.NRW, Deutschland; Westdeutsches Zentrum für Allgemeinmedizin (WZA), Deutschland
Kathrin Schlößler - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin (AM RUB), Bochum, Deutschland; Hausärztliches Forschungspraxennetz HAFO.NRW, Deutschland

Text

Hintergrund: Das Hausärztliche Forschungspraxennetz Nordrhein-Westfalen (HAFO.NRW, Teil des Westdeutschen Zentrums für Allgemeinmedizin WZA), priorisiert die Partizipation von Hausärzt:innen (HÄ), Medizinischen Fachangestellten (MFA) und Patient:innen (Pat.). Neben etablierten Formaten wurde ein gemeinsamer – alle Zielgruppen umfassender Forschungsbeirat entwickelt.

Zielsetzung/Fragestellung: Welche Faktoren tragen zum Aufbau und Gelingen eines gemeinsamen Forschungsbeirats aus HÄ, MFA und Patient:innen bei?

Material & Methoden: Der Aufbau erfolgte unter Nutzung vorhandener Netzstrukturen mit dem Ziel einer heterogenen Zusammensetzung. In einem Mixed-Methods-Design wurden Aufgaben, Motivations- und Gelingensfaktoren sowie organisatorische Aspekte untersucht: HÄ und MFA beantworteten im Rahmen eines Netztreffens einen Online-Fragebogen mittels 4-stufiger Skala (1 = sehr wichtig, 4 = überhaupt nicht wichtig). Die Patient:innenperspektive wurde in einer Fokusgruppendiskussion im Patient:innenbeirat exploriert

Ergebnisse: An der Online-Befragung nahmen 70 Personen teil. Die Motivationsfaktoren soziale Anerkennung (Md = 1), Zugang zu neuen Informationen (Md = 1,5) sowie Aufwandsentschädigungen (Md=1,5) und Zertifikate (Md = 1,5) wurden als sehr wichtig bewertet. Förderlich eingeschätzt wurden Fortbildungen, transparente Zielsetzungen sowie professionelle Moderation und Organisation. Hinderlich bewertet wurden Machtgefälle, unterschiedliche Erwartungen, Prioritäten und Wissensstände sowie unklare Entscheidungsprozesse.

Die Ergebnisse des Patient:innenbeirats waren vergleichbar; zusätzlich wurden die Themen Wirksamkeit („keine Alibifunktion“), funktionale Gruppendynamik und Interdisziplinarität positiv bewertet. Mittlerweile haben die ersten drei Termine des Forschungsbeirats stattgefunden.

Diskussion: Der Aufbau eines gemeinsamen Forschungsbeirats war erfolgreich. Bestehende Strukturen wie HAFO.NRW erleichterten die Rekrutierung. Für eine nachhaltige Umsetzung sind klare Rahmenbedingungen, transparente Prozesse und Maßnahmen zum Umgang mit Macht- und Wissensunterschieden zentral. Herausforderungen bestehen in Organisation, Moderation, Finanzierung, ausgewogener Zusammensetzung und der Einbindung ländlicher Praxen.

Take Home Message für die Praxis: Klare Strukturen, transparente Prozesse sowie ausreichende Ressourcen sind entscheidend für den erfolgreichen Aufbau multiprofessioneller Forschungsbeiräte.

Interessenkonflikte: Keine