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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Machbarkeit und Akzeptanz eines selbsthilfestärkenden Online-Programms zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Menschen mit Adipositas: Ergebnisse einer Pilotstudie

Katja Schladitz - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Antonia Buß - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Alina Seibel - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Steffi Gerlinde Riedel-Heller - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Margrit Löbner - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland

Text

Hintergrund: Adipositas betrifft etwa ein Fünftel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland und ist häufig mit psychosozialen Belastungen verbunden. Vor dem Hintergrund begrenzter Versorgungsressourcen gewinnen niedrigschwellige digitale Interventionen an Relevanz, um die Selbsthilfe und gesundheitliche Teilhabe zu stärken und Versorgungslücken zu adressieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Pilotstudie ist es, die Machbarkeit und Akzeptanz eines partizipativ entwickelten Online-Programms zur Stärkung der psychischen Gesundheit bei Menschen mit Adipositas zu evaluieren.

Material & Methoden: N=16 Erwachsene mit Adipositas (BMI≥30) und depressiven Symptomen (PHQ-8≥5) füllten standardisierte Fragebögen zur Baseline (BL) sowie zum Follow-Up (FU) zwei Monate nach Programmzugang aus. Sie konnten das Online-Programm nach individuellen Bedürfnissen nutzen.

Ergebnisse: Die Stichprobe war im Durchschnitt M=45,5 Jahre alt (SD=10,5), mit einem BMI von M=40,5 (SD=7,3), n=12/16 waren weiblich. Insgesamt n=12/16 nahmen auch am FU teil. Die depressive Symptomatik (BDI-II) verbesserte sich signifikant (BL: M=24,2, SD=10,0; FU: M=16,6, SD=8,3; t(10)=2,6; p=0,01). Das Ausmaß der gewichtsbezogenen Selbststigmatisierung (WSSQ) nahm signifikant ab (BL: M=42,2, SD=9,4; FU: M=37,4, SD=8,3; t(11)=2,3; p=0,02). N=11/12 waren zum FU mit dem Online-Programm zufrieden oder sehr zufrieden, n=11/12 empfanden es als eher hilfreich oder sehr hilfreich. Die mit der System Usability Scale (SUS) erhobene Benutzerfreundlichkeit war gut bis exzellent mit M=86,8 (SD=12,8). Alle Proband:innen probierten das Programm mindestens einmal aus. Es traten keine technischen Probleme auf.

Diskussion: Die Ergebnisse der Pilotstudie deuten auf eine gute Machbarkeit und Akzeptanz des Online-Programmes hin, wenngleich der Dropout zum FU auch auf individuelle oder organisatorische Barrieren hindeuten kann. Das Programm wurde insgesamt sehr positiv bewertet und es wurden erste Effekte zur Verbesserung der psychischen Gesundheit sichtbar. Dieses Potenzial wird im Rahmen einer randomisierten-kontrollierten Studie (DRKS00036178) weiter untersucht. Bei nachgewiesener Wirksamkeit soll das Online-Programm kostenfrei bereitgestellt werden.

Take Home Message für die Praxis: Ein auf die Zielgruppe von Menschen mit Adipositas angepasstes und partizipativ entwickeltes Online-Programm kann eine signifikante Verbesserung der psychischen Gesundheit fördern und hat hohes Potential für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

Interessenkonflikte: Keine