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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines digitalen Beratungsprogramms zum Absetzen von Medikamenten

Sarah Maria Burkhardt - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Nele Kornder - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Norbert Donner-Banzhoff - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Konrad Hierasimowicz - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Annika Viniol - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Multimedikation erhöht insbesondere bei älteren Patient:innen das Risiko für Nebenwirkungen und Interaktionen. Das Absetzen und Reduzieren von Medikamenten (Deprescribing) ist komplex und erfordert eine individuelle, gemeinsame Entscheidungsfindung von Ärzt:innen und Patient:innen. Die überarbeitete digitale Entscheidungshilfe arribaMediQuit unterstützt diesen Prozess strukturiert mit evidenzbasierten Empfehlungen zu einer Auswahl häufig in der hausärztlichen Praxis eingesetzter Medikamente.

Zielsetzung/Fragestellung: Eine Machbarkeitsstudie zu arribaMediQuit soll Antworten auf folgende Fragestellungen geben: Wie bewerten Hausärzt:innen das überarbeitete Modul? Wie lässt es sich in den Alltag integrieren? Wie häufig und zu welchem Zweck wird das Tool eingesetzt?

Material & Methoden: In der Machbarkeitsstudie beraten zehn Ärzt:innen drei bis vier Patient:innen in einem Zeitraum von sechs Wochen mithilfe des überarbeiteten Tools. Anschließend werden semistrukturierte Interviews durchgeführt und in Anlehnung an die Methode von Braun und Clarke thematisch analysiert. Zudem werden quantitative Daten zur Tool-Nutzung, wie beispielsweise die Beratungsdauer erhoben.

Ergebnisse: Im Rahmen der ersten Interviews werden die anschauliche grafische Darstellung der Absetzoptionen sowie die bereitgestellten Informationen zu den Medikamenten positiv hervorgehoben. Darüber hinaus wird das Tool als sinnvoll für Lehrzwecke eingeschätzt. Neben den im Tool enthaltenen, in der Allgemeinmedizin häufig eingesetzten Medikamenten besteht zudem der Wunsch nach Absetzempfehlungen für seltener verordnete Wirkstoffe. Eine vollständige Auswertung der Interviews wird bis zum Kongress vorliegen.

Diskussion: Die ersten Interviewergebnisse verdeutlichen die hohe Relevanz von Deprescribing im hausärztlichen Alltag und zeigen zugleich, dass digitale Entscheidungshilfen wie arribaMediQuit insbesondere dann als hilfreich wahrgenommen werden, wenn sie flexibel erweiterbar sind und ein breites Spektrum an Medikamenten abdecken.

Take Home Message für die Praxis: Deprescribing erfordert strukturierte Gespräche und gemeinsame Entscheidungen. ArribaMediQuit unterstützt Hausärzt:innen und Patient:innen dabei, informierte und wertebasierte Entscheidungen zu treffen.

Interessenkonflikte: Keine