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- Einfluss traumatischer Ereignisse auf die PTBS-Schwere nach Intensivbehandlung und auf die Wirksamkeit einer hausärztlich geleiteten narrativen Kurzexposition – eine Post-hoc-Analyse der PICTURE-Studie
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Einfluss traumatischer Ereignisse auf die PTBS-Schwere nach Intensivbehandlung und auf die Wirksamkeit einer hausärztlich geleiteten narrativen Kurzexposition – eine Post-hoc-Analyse der PICTURE-Studie
Text
Hintergrund: Personen mit vorangegangenen traumatischen Ereignissen (TEs) haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und könnten von einer hausärztlich geleiteten Kurzinterventionen angelehnt an die Narrative Expositionstherapie profitieren. TEs lassen sich in akzidentielle sowie interpersonelle Ereignisse unterteilen. Die Intervention wurde im Rahmen der PICTURE-Studie bei Patient:innen nach Intensivstation erfolgreich getestet.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Post-Hoc-Analyse war es, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Arten und der Anzahl selbstberichteter TEs und der Entwicklung von PTBS-Symptomen bei Patient:innen zu identifizieren sowie den Zusammenhang zwischen diesen und der Wirksamkeit der Intervention zu untersuchen.
Material & Methoden: Zur Schätzung der Effekte von TEs auf die PTBS-Symptomatik und den Erfolg der Intervention wurden generalisierte Strukturgleichungsmodelle verwendet, einschließlich Interaktionstermen zur Bewertung einer potenziellen Effektmodifikation.
Ergebnisse: Von 319 Patient:innen erlebten 25,7% akzidentelle, 13,2% interpersonelle und 14,4% beide TEs. Die Schwere der PTBS-Symptomatik unterschied sich signifikant nach Traumahistorie (p < 0,001), wobei die höchsten PDS-5-Werte bei Personen mit beiden TEs auftraten (Mittelwert 36,8; SD 13,9). Strukturgleichungsmodelle bestätigten höhere Ausgangswerte für interpersonelle und kombinierte TEs mit anhaltenden Effekten im Follow-up. Die Intervention führte zu einer signifikanten Reduktion der Symptome (–4,5 Punkte; 95% KI: –7,4 bis –1,6), wobei es keine Hinweise auf einen Interaktionseffekt zwischen der Traumahistorie und dem Erfolg der Intervention gab.
Diskussion: Vorangegangene TEs erhöhen das Risiko für PTBS-Symptome, verringern jedoch nicht den Erfolg der hausärztlich geleiteten Kurzexposition. Eine Evaluation der Wirksamkeit der Intervention für andere Indikationen sowie eine breitere Implementierung in der Primärversorgung erscheinen vielversprechend.
Take Home Message für die Praxis: Die Ergebnisse dieser Post-Hoc-Analyse bestätigen den „Building-Block-Effekt“, wonach Patient:innen mit multiplen TEs ein höheres Risiko für schwere PTBS-Symptome tragen. Dennoch profitieren Betroffene unabhängig von ihrer Traumahistorie signifikant von der hausärztlich geleiteten narrativen Kurzexposition, was die breite und vielversprechende Anwendbarkeit dieser Intervention in der Primärversorgung unterstreicht.
Interessenkonflikte: Keine



