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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Erhebung zu Intervallen und Leitlinienabgleich bei der Dual Röntgen Absorptiometrie (DXA)-Diagnostik der Osteoporose in der österreichischen Allgemeinmedizin

Gerald Schutting - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Sebastian Wolf - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich
Andrea Siebenhofer - Medizinische Universität Graz, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Graz, Österreich; Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Hintergrund: Da die Primärversorgung die Hauptanlaufstelle für Osteoporosepatient:innen in Österreich ist, wird die DXA-Diagnostik überwiegend dort veranlasst und zur Verlaufskontrolle genutzt.

Zielsetzung/Fragestellung: In welchen Intervallen werden in der allgemeinmedizinischen Praxis in Österreich Patient:innen zur DXA-Knochendichtemessung überwiesen und wird die DXA-Messung leitliniengerecht eingesetzt?

Material & Methoden: Eine anonyme Onlinebefragung mit geschlossenen Fragen wurde mittels LimeSurvey österreichweit an mehr als 4000 Hausärzt:innen mit Krankenkassenvertrag sowie Wahlärzt:innen verschickt und mittels SPSS ausgewertet. Zusätzlich wurde eine fokussierte Leitlinienrecherche zur Vorgabe der DXA-Kontrollintervalle durchgeführt, um die erhobenen Daten abzugleichen.

Ergebnisse: Mit 185 vollständig ausgefüllten Fragebögen konnte ein Rücklauf von 4,6% erreicht werden.

Die Auswertung zeigte, dass die Intervalle zur Knochendichtemessung in der Praxis sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Ein signifikanter Unterschied zeigt sich lediglich zwischen Kassen- und Wahlarztordinationen bei der ersten DXA-Verlaufskontrolle nach Therapieeinleitung, wobei Wahlärzt:innen diese früher veranlassten als Kassenärzt:innen. Die Literaturrecherche ergab eine Heterogenität der Vorgaben zu den DXA-Messintervallen in den nationalen und internationalen Leitlinien.

Diskussion: Die Beobachtung, dass DXA-Intervalle sehr unterschiedlich von Therapiebeginn, letzten Befunden und soziodemografischen Merkmalen festgelegt werden, legt nahe, dass eine risikobasierte bzw. patientenindividuelle Festlegung der Intervalle sinnvoll sein könnte. Die Implementierung strukturierter Entscheidungsunterstützung oder risikobasierter Leitlinienprozesse könnte dazu beitragen, Leitlinienheterogenitäten zu reduzieren, Unter- bzw. Überuntersuchungen zu vermeiden und die Ressourcen in der Allgemeinmedizin effizienter zu nutzen.

Take Home Message für die Praxis: Die Ergebnisse der durchgeführten Umfrage legen nahe, dass DXA-Kontrollen in der allgemeinmedizinischen Praxis nicht nach einheitlichen Kriterien oder Intervallen durchgeführt werden. Die Verwendung von Frakturrisikorechnern, wie beispielsweise des FRAX-Tools, könnte eine Hilfestellung darstellen, da die Ermittlung des individuellen Frakturrisikos als Orientierung dienen kann, um DXA‑Kontrollintervalle patientenbezogen zu planen.

Interessenkonflikte: Keine