Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Optimierung des Asthmamanagements in der hausärztlichen Versorgung: eine qualitative Multiperspektiven-Analyse

Nora Müller - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk für Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland
Arian Karimzadeh - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk für Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland
Birgitta Weltermann - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk für Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland
Luisa Offenberg - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universitätsklinikum Bonn, Bonner Netzwerk für Versorgungsforschung, Bonn, Deutschland

Text

Hintergrund: Aufgrund des Klimawandels wird eine Zunahme der Asthmaprävalenz erwartet. Damit steigt auch die Bedeutung der Erkrankung für die allgemeinmedizinische Versorgung. Um dieser Entwicklung zu begegnen, sind gut abgestimmte Versorgungsstrategien notwendig.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, die Optimierungspotenziale und den Ressourcenbedarf in der hausärztlichen Asthmabehandlung zu identifizieren, um eine qualitativ hochwertige Versorgung ohne zusätzliche Arbeitsbelastung des Fachpersonals zu unterstützen.

Material & Methoden: Zwischen November 2025 und April 2026 wurden Interviews, basierend auf dem Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR), mit Hausärzt:innen, Praxispersonal und Patient:innen (je n=10) durchgeführt. Die Transkripte wurden mittels thematisch-deduktiver Kodierung ausgewertet.

Ergebnisse: Obwohl die Asthmabehandlung laut den Ärzt:innen nicht übermäßig zeitaufwendig ist, priorisierten sie diese häufig nicht, sofern sie Patient:innen als gut eingestellt wahrnahmen. Betont wurde der Bedarf an Erinnerungssystemen für die Versorgung, eine zeitnahe Weiterbehandlung durch Fachärzt:innen und eine entsprechende Vergütung für die Analyse von Patient:innendaten. MFA und Ärzt:innen wünschten sich Schulungsmaterialien zur korrekten Anwendung von Inhalativa. Zusätzlich berichteten MFA einen Bedarf an Schulungen zu Notfallmaßnahmen bei Asthmaanfällen. Patient:innen thematisierten eine Versorgungslücke beim Übergang von der Pädiatrie zur Erwachsenenmedizin und einen vermehrten Aufklärungsbedarf zu Ursachen, Auslösern und dem Verhalten bei Asthmaanfällen.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass die Versorgung von Asthmapatient:innen in Hausarztpraxen derzeit überwiegend reaktiv erfolgt. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Ansätze für eine effizientere hausärztliche Versorgung zu identifizieren. Insbesondere die Optimierung der Versorgungsprozesse an Schnittstellen bietet zusammen mit einer gezielten Patientenedukation einen klaren Weg zur Verbesserung des langfristigen Selbstmanagements.

Take Home Message für die Praxis: Der Übergang zu einem präventiven Asthmamanagement in Hausarztpraxen kann durch automatisierte Erinnerungen, Erleichterung der Datenerhebung und durch eine gezielte Personal- und Patientenedukation unterstützt werden. Digitale Gesundheitsanwendungen können bei der Umsetzung eine Schlüsselfunktion einnehmen.

Interessenkonflikte: Keine