- Conferences Overview
- Gesundheit gestalten
- PVZ, LGZ, IGZ, RVZ, HÄPPI & Co.: Primärversorgung in Bewegung
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
PVZ, LGZ, IGZ, RVZ, HÄPPI & Co.: Primärversorgung in Bewegung
Text
Hintergrund: Primärversorgung (PV) stellt den ersten Kontaktpunkt in der medizinischen Versorgung dar, in Deutschland die hausärztliche Versorgung. Vorgelegt wird eine Bestandsaufnahme aktueller Versorgungsmodelle, die in viele Akronyme (PVZ, LGZ, IGZ, RVZ, HÄPPI) verpackt sind. Der Beitrag sortiert deren Wesenheit taxonomisch ein. Finanzierung und Trägerschaft werden skizziert.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Einrichtungen der Primärversorgung sind in den letzten Jahren in der ambulanten Versorgung entstanden? Welche Wirkungen entfalten sie?
Material & Methoden: Es wurde eine Analyse der neuen Primärversorgungseinrichtungen (PVE) durchgeführt, einschließlich Integrierter Gesundheitszentren (IGZ), Lokaler Gesundheitszentren (LGZ) und Primärversorgungszentren (PVZ) – hinsichtlich lokaler ärztlicher Beteiligung, Trägerschaft, Formen der Leistungserbringung, Personaltableau, Ausstattung. Die Situation in Österreich mit den bereits etablierten PVE wird den deutschen Ansätzen deskriptiv zur Seite gestellt.
Ergebnisse: Bereits im Rahmen der aktuellen rechtlichen Möglichkeiten (Stand: April 2026) gründen sich graswurzelartig Initiativen, Netzwerke, Einrichtungen, oftmals auf der Basis von Förderungen durch Länder und Kommunen. Kollaborative Modelle, zugeschnitten auf die Bedürfnisse einer Bevölkerung vor Ort, werden lokal von verschiedenen Träger-Einrichtungen und -Institutionen (bspw. Vereine, ÖGD, Sozialbehörden, Ärztliche Netzwerke) initiiert und getragen. Ziel der Initiativen ist es, Maßnahmen zu ergreifen, die PV zu stärken und zu stabilisieren, die Gesundheitsversorgung in den Regionen und Kommunen zu erhalten und zu verbessern. Zudem leistet die neue, interprofessionelle PV einen wichtigen Beitrag, die hausärztliche Versorgung für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung attraktiver zu machen.
Diskussion: Es ist für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Primärversorgung in Deutschland unabdingbar, die Denk- und Handlungsfreiheit der Akteurinnen und Akteure zu erweitern. Dazu ist es notwendig, die gesetzlichen Grundlagen der Versorgung auszudifferenzieren, neue interprofessionelle Versorgungsansätze besonders zu vergüten und berufsrechtliche Fragen zu adressieren, die einer wirklichen Interprofessionalität auf Augenhöhe gegenwärtig noch entgegenstehen.
Take Home Message für die Praxis:
- Neue Versorgungskonzepte bereichern die hausärztliche Versorgung.
- Veränderte Arbeits- und Kooperationsmodelle werden notwendig, um die Primärversorgung auch in Zukunft zu sichern.
- Österreich zeigt, dass unter Einbezug der niedergelassenen Praxen neue Wege gegangen werden können.
Interessenkonflikte: Keine



