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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

HÄPPI – Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung

Johanna Mink - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Nina Sander - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Katja Krug - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Gunter Laux - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Attila Altiner - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Michel Wensing - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Simon Schwill - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Im HÄPPI-Versorgungskonzept soll die Integration neuer, akademischer Gesundheitsberufe in die ambulante Primärversorgung die Effizienz und Qualität erhalten und ausbauen. In ersten Test von HÄPPI 2024 in Baden-Württemberg wurden in 10 Praxen Rollen und Verantwortlichkeiten umverteilt und Strategien zur Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit individuell entwickelt und getestet.

Zielsetzung/Fragestellung: Ein Ziel der Pilotierung war die Veränderung der Zusammenarbeit und Rollenverteilungen innerhalb der Praxen zu analysieren.

Material & Methoden: In einem Prä-Post Design wurden Praxisteams mittels Kurzversion des ISVS (interprofessional socialization and valueing scale) vor (Juni 2024) und nach (Jan 2025) der Interventionsphase befragt. Am Ende der Pilotierung wurden 10 leitfadengestützte Tandeminterviews, sowie drei Fokusgruppen durchgeführt. Die Auswertung der Fragebogendaten erfolgte mittels multivariater Regression unter Berücksichtigung der hierarchischen Struktur der Daten. Die Interviews und Fokusgruppen wurden in einer qualitativen Inhaltsanalyse deduktiv-induktiv ausgewertet.

Ergebnisse: In der Mehrheit der Praxen verbesserte sich der ISVS. Die qualitative Analyse zeigte generell eine Veränderung der Zuständigkeiten im Praxisteam. Die Umverteilung von Verantwortung sorgte für Sorge aber wirkte auch motivierend. Die Relevanz von Klarheit der Aufgaben und Rollen wurde benannt. Die Zusammenarbeit und Atmosphäre wurden in der Hälfte der Praxen als gleichbleibend gut beschrieben, die andere Hälfte erlebte eine Verbesserung durch HÄPPI. Positiven Einfluss hatten informelle Teambuilding-Maßnahmen und regelmäßig stattfindende protokollierte Teammeetings, in denen Themen von den Mitarbeitenden aktiv eingebracht werden konnten. In großen Praxen waren Online-Meetings und Kompetenzteams hilfreich. Strenge Hierarchien und alleinige Entscheidungsfindung hatten negativen Einfluss auf Motivation und Engagement.

Diskussion: Die Möglichkeit der individuellen Strategien zur Integration von akademisierten Mitarbeiter:innen hatte positive Auswirkungen auf die Zusammenarbeit aber war gleichzeitig herausfordernd. Regelmäßige Meetings, offene Kommunikation und partizipative Entscheidungsfindung erleichtern die Umverteilung von Verantwortlichkeiten und erhöhen die Zufriedenheit.

Take Home Message für die Praxis: HÄPPI ermöglicht interprofessionelle Versorgung. Für die Umverteilung von Aufgaben und Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Primärversorgung ist eine Balance von individueller Anpassung und klaren Strukturen von Bedeutung.

Interessenkonflikte: Keine