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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Strategische Verankerung von Diversität, Chancengleichheit und Inklusion in Gesundheitsorganisationen: internationale Perspektiven und Implikationen für Niedersachen aus dem Projekt HUMAN-LS

Sophia Sgraja - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Lena Kraft - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Volker Eric Amelung - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Gesundheitssysteme werden zunehmend vielfältiger – sowohl hinsichtlich der Patient:innen als auch des Personals. Diversität, Chancengleichheit und Inklusion (DEI) werden häufig normativ adressiert, jedoch selten systematisch als strategische Managementaufgabe verankert. Unklar ist, wie DEI in Führungs-, Governance- und Organisationsstrukturen integriert werden kann und unter welchen Bedingungen organisationale Mehrwerte entstehen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Analyse der strategischen Verankerung von DEI in niedersächsischen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Im Fokus stehen: (1) Einbettung in Organisationsstrukturen, Führung und Governance, (2) Erfolgsfaktoren und Barrieren der Implementierung sowie (3) die Übertragbarkeit internationaler Ansätze auf den deutschen Kontext.

Material & Methoden: Die Studie folgt einem Mixed-Methods-Design mit Scoping Review und Policy-Analyse internationaler Evidenz zu DEI-Strategien im Gesundheitswesen. Ergänzend werden internationale Fallstudien in Nordamerika und Skandinavien durchgeführt. Datengrundlage sind Dokumentenanalysen, halbstrukturierte Interviews und Beobachtungen. Der analytische Rahmen basiert auf dem St. Galler Management-Modell (Mikro-, Meso-, Makroebene). Parallel erfolgen quantitative und qualitative Erhebungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen in Niedersachsen.

Ergebnisse: Im Rahmen der Analysen werden Ergebnisse des Scoping Reviews, internationaler Fallstudien sowie qualitativer Erhebungen zusammengeführt. Die Befunde weisen darauf hin, dass DEI insbesondere dann strategische Relevanz entfaltet, wenn es in Führung, Governance und Leistungsmanagement verankert und zugleich in die organisationale Praxis sowie die Arbeitsrealität der Mitarbeitenden eingebettet ist. Es zeigen sich positive Zusammenhänge mit Mitarbeitendenbindung, Teamklima und organisationalen Lernprozessen, während gleichzeitig Implementierungsherausforderungen und kontextuelle Restriktionen bestehen.

Diskussion: Eine systematische Integration von DEI in strategische Steuerungs- und Entscheidungsprozesse unter Einbezug organisationaler Strukturen und Mitarbeitendenperspektiven erweist sich als zentral. Internationale Vergleiche ermöglichen die Identifikation übertragbarer Wirkmechanismen sowie kontextspezifischer Anpassungserfordernisse im deutschen Gesundheitssystem

Take Home Message für die Praxis: DEI kann als strategischer Hebel für Qualität, Mitarbeitendenbindung und organisationale Entwicklung und sicherstellung einer hohem Versorgungsqualität genutzt werden – vorausgesetzt, es wird in Führung und Governance integriert.

Interessenkonflikte: Keine