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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
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Neurologische Telekonsile in Hausarztpraxen: eine stepped-wedge, cluster-randomisierte kontrollierte Studie
Text
Hintergrund: Der Zugang zu spezialisierter neurologischer Versorgung in ländlichen Räumen ist häufig eingeschränkt. Telemedizin könnte eine Möglichkeit darstellen, den Zugang zu verbessern.
Zielsetzung/Fragestellung: Führt ein teleneurologisches Konsil in ländlichen Hausarztpraxen im Vergleich zur Standardversorgung dazu, dass ein höherer Anteil der Patient:innen mit neurologischen Beschwerden ausschließlich hausärztlich weiterversorgt wird?
Material & Methoden: NeTKoH (Neurologisches TeleKonsil mit Hausärzten), eine stepped-wedge, cluster-randomisierte kontrollierte Studie wurde durchgeführt, um multiple Versorgungs-, Prozess- und Konstenendpunkte für Telekonsultationen in der Interventionsphase mit der Standardversorgung in der Kontrollphase zu vergleichen. Für eine zeitnahe neurologische Beurteilung und Empfehlung für die weitere Versorgung wurden Praxen in der Interventionsphase mit einem Telemedizin-System für Konsultationen durch Neurolog:innen ausgestattet. Die Nachbeobachtungsdauer der Patienten betrug drei Monate.
Ergebnisse: Zwischen Oktober 2021 und Oktober 2024 wurden 986 Patient:innen in die Studie aufgenommen (Interventionsgruppe: 517; Kontrollgruppe: 469; 61,5% weiblich; medianes Alter 55 Jahre). Telekonsultationen führten dazu, dass weniger Patient:innen ausschließlich in der Hausarztpraxis behandelt wurden (38,3% gegenüber 50,7%; adjustiertes OR 0,58, 95%-KI 0,38–0,88). Kopfschmerzen, Migraine und Schwindel waren die häufigsten Konsultationsanlässe. Die Überweisungen an Neurolog:innen nahmen ab, während die Überweisungen an andere Fachärzt:innen und Krankenhäuser zunahmen. Es wurden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Lebensqualität oder des Gesundheitszustands beobachtet. Bis zum Follow-Up wurden mehr als die Hälfte der Patient:innen in beiden Gruppen weiterhin ausschließlich in der Hausarztpraxis behandelt.
Diskussion: Neurologische Telekonsile in Hausarztpraxen können die medizinische Versorgung weiterentwickeln. Eine unmittelbare Verringerung der Inanspruchnahme von Facharztleistungen wurde jedoch nicht festgestellt. Die Tatsache, dass die Hausärzt:innen nicht verblindet werden konnten, hat möglicherweise zu Selektionseffekten geführt, die in künftigen Studien berücksichtigt werden sollten.
Take Home Message für die Praxis: Neurologische Telekonsile in Hausarztpraxen wurden etabliert und von Ärzt:innen und Patient:innen gut angenommen. Für den Nutzennachweis müssen Methoden und Kriterien weiterentwickelt werden.
Interessenkonflikte: Keine



