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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Beratungsanlässe und Dauerdiagnosen in der Hausarztpraxis: Ergebnisse bezüglich Alters- und Geschlechtsunterschiede in der SESAM-6-Studie

Willy Gräfe - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Dresden, Deutschland
Lukas Liebig - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Dresden, Deutschland
Antje Bergmann - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Dresden, Deutschland
Christine Brütting - Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät Sektion Allgemeinmedizin, Halle, Deutschland
Thomas Frese - Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät Sektion Allgemeinmedizin, Halle, Deutschland
Tobias Deutsch - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
Markus Bleckwenn - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
Henna Riemenschneider - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Dresden, Deutschland

Text

Hintergrund: Allgemeinmediziner sind erste Anlaufstelle für Patienten mit unterschiedlichen Gesundheitsproblemen. Es gibt nur wenige epidemiologische Studien, die die hausärztliche Sprechstunde auf der Grundlage der Beratungsanlässe und -ergebnisse in Abgrenzung zu Abrechnungsdaten beschreiben. Die 6. Sächsische Epidemiologische Studie in der Allgemeinmedizin (SESAM-6) erfasste über ein Jahr den hausärztlichen Arbeitsalltag in der Sprechstunde.

Zielsetzung/Fragestellung: Explorative Analyse zu geschlechts- und altersspezifischen Häufigkeiten der Beratungsanlässe und Prävalenzen bekannter Dauerdiagnosen in Hausarztpraxen

Material & Methoden: Querschnittstudie von 2023–2024 (12 Monate) in Hausarztpraxen in Sachsen . Studiendesign (u.a. Datenerhebung, Fragebögen) orientierte sich an früheren SESAM-Studien. Ärzte wurde randomisiert eine Woche pro Quartal zugeteilt. Jeder fünfte Arzt-Patienten-Kontakt wurde halbtags von den Hausärzten anonym erfasst. Nach der Erhebungsphase Kodierung der Beratungsanlässe (ICPC-2) und Dauer- sowie Neudiagnosen (ICD-10).

Ergebnisse: N=7.746 Patienten (53,7% Frauen, Durchschnittsalter 53,5 Jahre) wurden dokumentiert. Die Patienten hatten durchschnittlich 4,6 (SD=5,5) bereits bekannte Dauerdiagnosen. Durchschnittliche Konsultationsdauer betrug 10,8 Minuten (SD=6,8).

Die drei häufigsten Beratungsanlässe für Frauen waren Erkältung (416/4.158, 10,0%), Medikationsgespräch (216/4.158, 5,2%) und Husten (170/4.158, 4,1%). Die drei häufigsten Beratungsanlässe für Männer waren Erkältung (335/3.450, 9,7%), Medikationsgespräch (210/3.450, 6,1%) und Blutdruckkontrolle (137/3.450, 4,0%).

Der häufigste Beratungsanlass war in der Altersspanne von 0–60 Jahre die Erkältung und zwischen 61–95+ Jahre das Medikationsgespräch (Ausnahme 76–80 Jahre: Blutdruckkontrolle).

Beide Geschlechter hatten als häufigste Dauerdiagnosen Hypertonie (Frauen: 1.690/4.158, 40,6%; Männer: 1.487/3.450, 43,1%), Fettstoffwechselstörung (Frauen: 759/4.158, 18,3%; Männer: 726/3.450, 21,0%) und Diabetes mellitus Typ 2 (Frauen: 634/4.158, 15,2%; Männer: 676/3.450, 19,6%).

Die häufigste Dauerdiagnose in der Altersspanne 0–14 Jahre war das atopische Ekzem, von 15–35 Jahre Asthma bronchiale und von 36–95+ Jahre Hypertonie die häufigste Dauerdiagnose.

Diskussion: Aus den Daten können Delegationspotenziale von Patientenanliegen identifiziert werden. Daten fließen in die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Hausärzten.

Take Home Message für die Praxis: Große epidemiologische Studie, die hausärztliche Versorgung anhand von Beratungsanlässen statt Abrechnungsdaten beschreibt.

Interessenkonflikte: Keine