Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Forschung in der hausärztlichen Praxis aus Patient:innenperspektive – Einstellungen, Erwartungen und Erfahrungen

Lorena Braun - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Anika Klein - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Andreas Polanc - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Elke Feil - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Roland Koch - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Stefanie Joos - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Hannah Haumann - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland

Text

Hintergrund: In FoPraNet-BW wurde eine IT-gestützte Forschungsinfrastruktur in ca. 70 hausärztlichen Forschungspraxen implementiert. In dieser Infrastruktur wurde die Interventionsstudie INDUCT (Intermittierendes Fasten bei Adipositas in der Hausarztpraxis) in und mit Forschungspraxen durchgeführt. Die begleitende Prozessevaluation betrachtet die Umsetzung dieser Studie anhand des aktualisierten Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR).

Zielsetzung/Fragestellung: Wie haben die Studienteilnehmenden die Durchführung der INDUCT-Studie in der hausärztlichen Praxis (HA-Praxis) wahrgenommen? Was waren hierbei aus Sicht der Teilnehmenden (TN) hemmende und förderliche Faktoren?

Material & Methoden: Es wurden 19 leitfadengestützte Einzelinterviews mit INDUCT-TN geführt, deren Auswertung aktuell anhand der qualitativ strukturierenden Inhaltsanalyse (Kuckartz) erfolgt. Zudem wurden zu drei Zeitpunkten Fragebögen erhoben (vor Interventionsbeginn n=48 TN, nach der Intervention n=34 TN, Follow-up n=30 TN) und deskriptiv analysiert.

Ergebnisse: Bei der Befragung stimmten vor Beginn der Intervention 81% (n=29) der TN zu, dass Forschung zu hausärztlichen Themen durch und in HA-Praxen durchgeführt werden soll, im Follow-up 93% (n=28). Dem Motiv, durch die Teilnahme die HA-Praxen bei der Durchführung der Studie unterstützen zu wollen, stimmten vor Beginn 89% (n=43) der TN zu, nach der Intervention 94% (n=32). Nach der Intervention stimmten 97% (n=33) der TN zu, dass die Studienteilnahme durch die Studiendurchführung in der HA-Praxis eher möglich war. Im Follow-up Fragebogen stimmten 97% (n=29) der TN zu mit der Betreuung durch die HA-Praxis während der Studie zufrieden gewesen zu sein. Die Ergebnisse der Interviews liegen zum Kongress vor. Diese werden tiefere Einblicke in Hemm- und Förderfaktoren für Interventionsstudien in HA-Praxen geben.

Diskussion: Anhand der Interventionsstudie INDUCT werden Erkenntnisse zu Einstellungen, Erwartungen und Erfahrungen von Studien-TN zu Forschung in HA-Praxen gewonnen. Ebenfalls werden Hemm- und Förderfaktoren für die Studiendurchführung in HA-Praxen identifiziert. Die Ergebnisse liefern Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Forschung in HA-Praxen.

Take Home Message für die Praxis: Die positive Haltung der Befragten in der Fragebogenerhebung in Bezug auf Forschung in HA-Praxen deutet darauf hin, dass grundsätzlich eine Bereitschaft zur Teilnahme an Studien im hausärztlichen Patient:innenkollektiv besteht.

Interessenkonflikte: Keine Interessenkonflikte