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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Chancen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Hausärzt:innen bei der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der Eingliederungshilfe. Ergebnisse aus Interviews mit Expert:innen

Lia Heyl - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Maria Bonin - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Tanja Schleef - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Stephanie Stiel - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Kathrin Wandscher - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Department für Versorgungsforschung, Abteilung Ambulante Versorgung und Pharmakoepidemiologie, Oldenburg, Deutschland
Falk Hoffmann - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Department für Versorgungsforschung, Abteilung Ambulante Versorgung und Pharmakoepidemiologie, Oldenburg, Deutschland
Sven Schwabe - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: In der gesundheitlichen Versorgungsplanung (GVP) für die letzte Lebensphase nach §132g SGB V können u.a. Menschen in der Eingliederungshilfe Versorgungswünsche entwickeln und dokumentieren. Die vorliegende Studie befasst sich mit der Rolle von Hausärzt:innen in der GVP und ist in das Projekt AGREE eingebunden (Laufzeit: 05/25–10/27; Förderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss; Fkz: 01VSF24029).

Zielsetzung/Fragestellung: In der Studie werden Chancen und Herausforderungen der Zusammenarbeit mit Hausärzt:innen aus Sicht von GVP-Akteur:innen der Eingliederungshilfe ermittelt.

Material & Methoden: Von 07–09/25 wurden bundesweit halbstrukturierte Einzelinterviews mit GVP-Expert:innen, Gesprächsbegleitenden und Einrichtungsleitungen online geführt. Themen waren die Versorgung am Lebensende, Implementierung von GVP und Durchführung von GVP-Gesprächen in der Eingliederungshilfe. Die Interviews wurden aufgezeichnet, transkribiert und deduktiv inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet. Soziodemografische Daten der Teilnehmenden wurden mit einem Fragebogen erhoben und deskriptiv analysiert.

Ergebnisse: Laut den Befragten (n=15) sind Hausärzt:innen zentrale Ansprechpersonen in der GVP in der Eingliederungshilfe, u.a. durch ihre Mitzuständigkeit bei der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit und ihre Beratung bei der Ermittlung der bestmöglichen Behandlung einwilligungsunfähiger Menschen. Bei der Umsetzung von Versorgungswünschen können Hausärzt:innen Einrichtungsmitarbeitenden Sicherheit geben. Bewährt haben sich eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Hausärzt:innen und GVP-Begleitenden und die Erarbeitung von Anweisungen für Notfallsituationen. Herausfordernd sei die teils geringe hausärztliche Beteiligung an GVP-Prozessen, verbunden mit Unsicherheiten bei GVP-Begleitenden, wie stark Hausärzt:innen in die GVP einzubinden sind. Abhängigkeiten durch hausärztliche Einzelzuständigkeiten für Einrichtungen können die Zusammenarbeit zudem erschweren.

Diskussion: Hausärzt:innen spielen im Rahmen von GVP in der Eingliederungshilfe eine wichtige Rolle bei der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit, Ermittlung der bestmöglichen Behandlung und Umsetzung der Versorgungswünsche. Daher hängt der Erfolg von GVP von einer guten Zusammenarbeit zwischen GVP-Begleitenden und Hausärzt:innen ab.

Take Home Message für die Praxis: Zur Überwindung von Kooperationshürden sollten GVP-Beratende und Hausärzt:innen Erwartungen und Ressourcen für die Beteiligung an GVP offen kommunizieren. Die Vermeidung hausärztlicher Einzelzuständigkeiten könnte Abhängigkeiten reduzieren.

Interessenkonflikte: Keine