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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Rauchen trotz koronarer Herzkrankheit: Tabak- und Nikotinkonsum, Aufhörmotivation und Relevanz für die ärztliche Versorgung

Stephanie Klosterhalfen - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Schwerpunkt Suchtforschung und klinische Epidemiologie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Sabrina Hoppe - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Schwerpunkt Patient-Arzt-Kommunikation, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Daniel Kotz - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Schwerpunkt Suchtforschung und klinische Epidemiologie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland; University College London, Department of Behavioural Science and Health, London, Großbritannien
Ute Mons - Universität zu Köln, Abteilung für Kardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Köln, Köln, Deutschland; Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abteilung für Primäre Krebsprävention, Deutschland; Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim, Deutschland
Sabrina Kastaun - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Schwerpunkt Patient-Arzt-Kommunikation, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund: Rauchen verschlechtert die Prognose bei koronarer Herzkrankheit (KHK) erheblich. Bevölkerungsbasierte Daten zu Rauchverhalten, Tabakabhängigkeit und Aufhörversuchen bei Menschen mit KHK sind jedoch begrenzt. Solche Daten sind wichtig, um die Versorgung dieser Hochrisikogruppe gezielt zu verbessern.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Analyse war es, rauchende Personen mit und ohne KHK hinsichtlich Rauchverhalten, Abhängigkeit und Aufhörversuchen zu vergleichen sowie entsprechende Zusammenhänge zu untersuchen.

Material & Methoden: Es wurden Daten aus neun Erhebungswellen (06/2023–08/2024) zweier bevölkerungsrepräsentativer Querschnittsbefragungen in Deutschland (DEBRA, OptiCor) zusammengeführt. Eingeschlossen wurden Personen (≥35 Jahre) mit Angaben zu Rauchverhalten und KHK-Status (n=11.069; davon 9% mit KHK). Analysiert wurden aktueller Rauchstatus, Tabakabhängigkeit, Motivation zum Rauchstopp, die Nutzung elektronischer Inhalationsprodukte (E-Zigaretten, Tabakerhitzer) als entwöhnungsbezogener Marker sowie Aufhörversuche. Regressionsanalysen mit diesen Merkmalen als abhängige Variablen und KHK (Ja vs. Nein) als unabhängige Variable wurden für Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen adjustiert.

Ergebnisse: Personen mit KHK berichteten seltener, aktuell zu rauchen, als Personen ohne KHK (23,8% vs. 29,3%). Sie waren häufiger Ex-Raucher:innen (32,2% vs. 18,9%). Unter den aktuell rauchenden Personen war das Vorliegen einer KHK mit einer höheren Chance für eine stärkere Tabakabhängigkeit (Odds Ratio (OR)=1,63; 1,05–2,53), eine höhere Motivation zum Rauchstopp (OR=1,41; 1,02–1,96) sowie die Nutzung elektronischer Inhalationsprodukte (OR=2,53; 95%-KI 1,43–4,48) assoziiert. Unter aktuellen und frischen Ex-Raucher:innen (<1 Jahr rauchfrei) war das Vorliegen einer KHK zudem mit einer höheren Chance für mindestens einen Aufhörversuch im letzten Jahr assoziiert (OR=2,90; 1,98–4,25).

Diskussion: Ein relevanter Anteil von Menschen mit KHK raucht weiterhin. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse auf eine erhöhte Aufhörbereitschaft in dieser Gruppe hin.

Take Home Message für die Praxis: Für die ärztliche Versorgung bedeutet dies, dass der Rauchstatus bei Personen mit KHK konsequent erhoben und evidenzbasierte Unterstützung zur Tabakentwöhnung aktiv angeboten werden sollte.

Interessenkonflikte: Keine