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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Entwicklung und Pilotierung einer Toolbox zur Erhebung von Patient-Reported Outcomes und Patient-Reported Experiences als Handreichung für Wissenschaft und Forschung

Annemarie Feißel - Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Theresa Donhauser - Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Christian Apfelbacher - Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Es existiert eine große Vielfalt an Messinstrumenten zur Erfassung von patient-reported outcomes (PROs) und patient-reported experiences (PREs) sowie umfangreiche Literatur zu deren Entwicklung und Validierung. Die Auswahl und Nutzung geeigneter Instrumente ist methodisch anspruchsvoll, erfordert die Berücksichtigung internationaler Standards und geht häufig mit aufwendigen Recherchen einher. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für die Planung und Durchführung von Forschungsprojekten dar.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieses Forschungsvorhabens war daher die Entwicklung und Evaluation einer Toolbox zur Unterstützung der Konzeption und Umsetzung von PRO-/PRE-Erhebungen in Wissenschaft und Forschung. Sie richtet sich vorwiegend an Forschende und Antragsteller:innen in klinischer- und Versorgungsforschung.

Material & Methoden: Die Toolbox wurde auf Basis internationaler Leitlinien und Standards und unter Anwendung des Design-based Research (DBR)-Ansatzes entwickelt und evaluiert. Der Prozess umfasste vier Phasen: (1) Analyse und Systematisierung relevanter Literatur, (2) Entwicklung einer Online-Pilotversion, (3) qualitative Evaluation mittels Fokusgruppendiskussion (n=4) und leitfadengestützter Einzelinterviews (n=9) mit Nachwuchswissenschaftler:innen und Expert:innen sowie wiederholte fachliche Reviewprozesse, und (4) Veröffentlichung und Implementierung der Toolbox. Die Datenauswertung erfolgte anhand qualitativer Inhaltsanalyse.

Ergebnisse: Die Evaluation führte zu inhaltlichen und strukturellen Optimierungen der Toolbox, insbesondere hinsichtlich Verständlichkeit, Vollständigkeit, Navigation und Relevanz. Die finalisierte Toolbox bietet eine systematische Zusammenstellung zentraler Begriffe, Leitfäden, Methoden, Standards und praxisnaher Hinweise und strukturiert den Prozess der PRO-/PRE-Erhebung.

Diskussion: Mithilfe des iterativen DBR-Ansatzes konnte die Toolbox nutzer:innenorientiert weiterentwickelt und an unterschiedliche Kompetenzniveaus angepasst werden. Ihre kontinuierliche Aktualisierbarkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber statischen Publikationsformaten.

Take Home Message für die Praxis: Die Toolbox als Handreichung zur Unterstützung der Konzeption und Umsetzung von PRO-/PRE-Erhebungen fördert Standardisierung, Transparenz und Effizienz, reduziert Einstiegshürden für Forschende und Antragsteller:innen und stärkt langfristig die methodische Qualität sowie die Patient:innenorientierung in klinischer- und Versorgungsforschung.

Interessenkonflikte: Keine