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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

DiGA in der Versorgung älterer Personen mit depressiven Störungen: Erfahrungen von Patient:innen, Ärzt:innen und Digital-Lots:innen

Katharina Kunde - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Aylin Imeri - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Kathrin Schlößler - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Anna Mai - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Bochum, Deutschland
Kathleen Kampschulte - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Bochum, Deutschland
Chantal Flemm - Marienhospital Herne, Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation, Herne, Deutschland
Sarah El Bataioui - LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bochum, Deutschland
Bianca Ueberberg - LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, Bochum, Deutschland
Tanja Roth - LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bochum, Deutschland
Silvia Zanotti-Hütter - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Ida Sibylle Haussleiter - LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, Bochum, Deutschland
Rainer Wirth - Marienhospital Herne, Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation, Herne, Deutschland
Nina Timmesfeld - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Bochum, Deutschland
Jan Dieris-Hirche - LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bochum, Deutschland
Horst Christian Vollmar - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund: Depressive Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, auch im höheren Lebensalter. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) stellen ein niedrigschwelliges, evidenzbasiertes Therapieangebot bei Depression dar, werden jedoch von älteren Patient:innen bislang selten genutzt. Im Projekt DiGA4Aged wird in einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) geprüft, ob der Einsatz von Digital-Lots:innen die DiGA-Nutzung bei Personen ≥ 60 Jahren mit depressiven Störungen im Vergleich zur Standardversorgung (alleinige Verordnung) verbessern kann. Digital-Lots:innen unterstützen bei der Inbetriebnahme und Nutzung der DiGA. Eine inhaltlich vertiefende, qualitative Begleitevaluation flankiert die RCT-Studie.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der qualitativen Begleitevaluation des RCT ist es, den Verordnungsprozess, die Inbetriebnahme und Nutzung von DiGA bei Patient:innen ≥ 60 Jahren mit leichter bis mittelgradiger depressiver Störung zu untersuchen. Im Fokus stehen Barrieren, förderliche Faktoren und Unterstützungsbedarfe.

Material & Methoden: Es wurden leitfadengestützte Interviews mit Patient:innen der durch Digital-Lots:innen unterstützten Interventionsgruppe (n=10) und der Kontrollgruppe mit alleiniger DiGA-Verordnung (n=10), mit verschreibenden Ärzt:innen (n=12) sowie mit allen Digital-Lots:innen (n=5) geführt. Die Interviews wurden aufgezeichnet, transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse in Anlehnung an Kuckartz ausgewertet.

Ergebnisse: Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unterstützung insbesondere bei initialen technischen Hürden hilfreich war und die Nutzung der DiGA fördern konnte. Sofern Unterstützungsbedarf bestand, erfolgte diese meist einmalig bei der Inbetriebnahme. DiGA wurden häufig ergänzend oder überbrückend genutzt, jedoch selten in die psychotherapeutische oder ärztliche Behandlung eingebunden. Weitere Ergebnisse liegen zum Kongress vor.

Diskussion: Die Studie liefert praxisnahe Erkenntnisse zur Integration von DiGA in die Versorgung älterer Patient:innen mit depressiven Störungen. Erste Ergebnisse legen nahe, dass praktische Hürden beim Zugang und bei der Inbetriebnahme bedeutsamer sein könnten als fehlende Nutzungsbereitschaft.

Take Home Message für die Praxis: DiGA können für ältere Patient:innen mit depressiven Störungen eine ergänzende Behandlungsoption darstellen, stoßen jedoch beim Zugang und bei der Inbetriebnahme auf praktische Hürden. Unterstützungsangebote in dieser Phase könnten die Nutzung erleichtern.

Interessenkonflikte: Keine