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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
DiGA in der Versorgung älterer Personen mit depressiven Störungen: Erfahrungen von Patient:innen, Ärzt:innen und Digital-Lots:innen
Text
Hintergrund: Depressive Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, auch im höheren Lebensalter. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) stellen ein niedrigschwelliges, evidenzbasiertes Therapieangebot bei Depression dar, werden jedoch von älteren Patient:innen bislang selten genutzt. Im Projekt DiGA4Aged wird in einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) geprüft, ob der Einsatz von Digital-Lots:innen die DiGA-Nutzung bei Personen ≥ 60 Jahren mit depressiven Störungen im Vergleich zur Standardversorgung (alleinige Verordnung) verbessern kann. Digital-Lots:innen unterstützen bei der Inbetriebnahme und Nutzung der DiGA. Eine inhaltlich vertiefende, qualitative Begleitevaluation flankiert die RCT-Studie.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der qualitativen Begleitevaluation des RCT ist es, den Verordnungsprozess, die Inbetriebnahme und Nutzung von DiGA bei Patient:innen ≥ 60 Jahren mit leichter bis mittelgradiger depressiver Störung zu untersuchen. Im Fokus stehen Barrieren, förderliche Faktoren und Unterstützungsbedarfe.
Material & Methoden: Es wurden leitfadengestützte Interviews mit Patient:innen der durch Digital-Lots:innen unterstützten Interventionsgruppe (n=10) und der Kontrollgruppe mit alleiniger DiGA-Verordnung (n=10), mit verschreibenden Ärzt:innen (n=12) sowie mit allen Digital-Lots:innen (n=5) geführt. Die Interviews wurden aufgezeichnet, transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse in Anlehnung an Kuckartz ausgewertet.
Ergebnisse: Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unterstützung insbesondere bei initialen technischen Hürden hilfreich war und die Nutzung der DiGA fördern konnte. Sofern Unterstützungsbedarf bestand, erfolgte diese meist einmalig bei der Inbetriebnahme. DiGA wurden häufig ergänzend oder überbrückend genutzt, jedoch selten in die psychotherapeutische oder ärztliche Behandlung eingebunden. Weitere Ergebnisse liegen zum Kongress vor.
Diskussion: Die Studie liefert praxisnahe Erkenntnisse zur Integration von DiGA in die Versorgung älterer Patient:innen mit depressiven Störungen. Erste Ergebnisse legen nahe, dass praktische Hürden beim Zugang und bei der Inbetriebnahme bedeutsamer sein könnten als fehlende Nutzungsbereitschaft.
Take Home Message für die Praxis: DiGA können für ältere Patient:innen mit depressiven Störungen eine ergänzende Behandlungsoption darstellen, stoßen jedoch beim Zugang und bei der Inbetriebnahme auf praktische Hürden. Unterstützungsangebote in dieser Phase könnten die Nutzung erleichtern.
Interessenkonflikte: Keine



